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war der Vorhafen Rotterdams, Vlaardingen; nach einem starken
Rückgang 1702—1707 nahm der von dort ausgehende Heringsfang
eine zwar vielfach schwankende, aber doch nicht ungünstige Auf-
wärtsentwicklung; sie erreichte in den Fangergebnissen ihren Höhe-
punkt im Jahre 1735 mit 5438 Lasten, 121, Tonnen; die Zahl der
Heringsjager und Büsen nahm stärker zu: die Fangergebnisse
blieben aber hinter der Zunahme der Zahl der Fahrzeuge, die 1752
ihren Höhepunkt mit 133 erreichte, zurück!). Offenbar fand also
eine Verschiebung in den Heringsplätzen statt. Das günstig ge-
legene Vlaardingen gewann auf Kosten der übrigen Maasorte; über
die nordholländischen Plätze sind wir schlecht unterrichtet; die
einst so blühende Heringsfischerei Enckhuizens ging zweifellos im
18. Jahrhundert zurück?).
An dem allgemeinen Rückgang der niederländischen Herings-
fischerei ist trotz der guten Ergebnisse eines früher wenig genannten
Ortes, wie Vlaardingen, doch nicht zu zweifeln. Der Gesamtertrag
der Heringsfischerei war gegen die Vergangenheit beträchtlich
zurückgegangen. Nun zeigten sich die Nachteile des star-
ren Festhaltens an dem Heringsstapel; die alten
Märkte waren verloren gegangen; auf Grund der bestehenden zahl-
losen, beengenden Vorschriften den Wettbewerb mit den fremden
Konkurrenten aufzunehmen, erwies sich als völlig unmöglich. Jetzt
hing sich diese holländische Gesetzgebung als eine schwere Kette
an den Unternehmungsgeist. Allein war, wie richtig. bemerkt wor-
den ist?), die Gesetzgebung an dem Rückgang gewiß nicht schuldig;
auch Vlaardingen mußte sich ihr unterwerfen, und seine Fischerei
blühte im allgemeinen. Für die Gesamtbeurteilung kam es auch
noch auf das Verhältnis des Konsums im Inlande*) zu dem Export
an; dieser hatte zweifellos stark gelitten, die Konkurrenzfähigkeit
des holländischen Herings war geschwächt. Überall stieß nun die
Forderung der Holländer, ihrem Hering auf Grund der ihm zuteil
werdenden Aufsicht und Behandlung eine Vorzugsstellung einzu-
a 2) W ätj en, S. 164f., 173. Über die ältere Vlaardinger Fischerei vgl.
Hoogendijk, S.ı9ff.; Koch, S. 11 erwähnt das viele Salz, das Vlaar-
dingen und Maassluis für ihren Fischfang bedürften.
°) Die sehr lückenhaften Zahlen für Enckhuizen bei W ä tjen 1S.168 ff.
3) Wätjen, S. 177.
*) Auf den starken Heringskonsum in den Niederlanden selbst weist u. a.
hin Grabner, S. 241.