Full text : Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

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neben der Landwirtschaft auch Industrie und Handel, sowie damit
in Verbindung die Geldwirtschaft vorhanden waren. Die Entlohnung
 weiblicher Dienerschaften des Königs erfolgte entweder
in Naturalien oder in Geld*). Ja, es werden bereits auch Taglöhner
 erwähnt, die zur landwirtschaftlichen Arbeit verwendet
werden und entweder die Beköstigung oder Geld erhalten. Die:
Gewerbe wiesen schon eine Spezialisierung auf und waren in den
Städten in besonderen Straßen ansäßig. Gilden kommen vor.
Neben Karawanenhandel erscheint auch Einzelhandel belegt, der
sich zu wechselseitiger Konkurrenz betätigte. Märkte sind mehrfach
 genannt. Der Warenverkehr auf diesen erfolgt in freier
Vereinbarung der Preise bereits zur Zeit der Veden. Schon damals:
wird der Naturaltausch, ja auch die Naturalgeldrechnung nach
Reis und Kühen durch den Metallgeldgebrauch weithin ersetzt.
Naturaltausch ist aber Vorschrift bei den religiösen Brüderschaften;
 hier ist der Handel mit Gold und Silber geradezu
verboten. Naturaltausch wird den Brahminen und Kshatriyas
(Kriegerkaste) besonders empfohlen gegenüber den Geldgeschäften,
vor allem bei Veräußerung eines Güterüberschusses.
Die Münzen wurden ursprünglich nicht vom Staate, sondern
von Privaten geschlagen, u. zw. von Metallhändlern oder Metallschmieden.

Das Silber war in der älteren Zeit noch selten und ist erst
gegen die christliche Ära hin stärker in Umlauf gekommen?*).
Zuvor wird Gold und andere Metalle (Kupfer) zu Münzzwecken
verwendet.
Einfluß auf das Münzwesen übte die öffentliche Gewalt lediglich
 hinsichtlich des Gewichtes aus. Die Münznamen selbst drücken
die Beziehung zum Gewicht aus. In der älteren Buddhazeit war
die im Umlauf befindliche Münze die Bronzekahapana (d. h. ein
bestimmtes Gewicht an Metall). Das Gold war Waschgold, das
aus dem Ganges gewonnen wurde, oder Goldstaub. Auch Kreditgeld
 war bereits bekannt, Schuldscheine bzw. Wechsel lassen sich
nachweisen. Geldverleihung begegnet häufig, wie auch das Zinsnehmen
 der Geldverleiher. Schon der Atharvaveda kennt ein

%8) Vgl. 'C. T.Rhys Davids, Notes on early economic conditions irn
Northern. India. The Journal of the Royal Asiatic society of Great Britain and
Ireland ‘1901, S. 859 ff.
3) Ebda. S. 877.
            
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