Full text: Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

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durch die primitive oder rückständige Art der Wirtschaft 
(Naturalwirtschaft) bedingt, sondern es zahlte der Verbraucher 
und Besteller mit dem ihm nächstliegenden Zahlungsmittel, hier 
mit Land- und Bodenprodukten, während die städtischen Kunden 
zu derselben Zeit in Metallgeld zahlten. 
Auch der Umstand, daß bestimmte Fronden an den König 
gerade von Handwerkern auch in Geld umgelegt und geleistet 
werden konnten, möchte ich nicht mit M. Weber im Sinne einer 
Weiterentwicklung der Wirtschaft vom fürstlichen Oikenwerk 
zum freien städtischen Handwerk”) auffassen. Vielmehr sicherte 
sich der König damit die Möglichkeit, im Falle eines geringeren 
Naturalbedarfs an dergleichen gewerblicher Arbeit, die Verpflich- 
teten nicht leer ausgehen zu lassen, sondern doch Geldeinnahmen 
auch von ihnen zu beziehen. Die Fakultativleistung konnte hier 
ebensosehr eine Begünstigung des Verpflichteten, als eine Ver- 
stärkung des Forderungsrechtes auf seiten des Königs sein. Über- 
dies bezog sich diese Umwandlung in eine Geldleistung ja nur 
auf die gewerblichen Dienste (Handwerksartikel) der Betreffenden. 
Sie blieben aber doch auch weiterhin im grundherrlichen Ver- 
bande des Kronlandes, an welchem sie als Deputatisten fort- 
laufend Nießbrauch besaßen). 
Man kann, glaube ich, die Wirtschaft im ganzen nicht nach 
diesen grundherrschaftlichen Handwerkern beurteilen, sondern 
muß für die Wertung der Naturalwirtschaft die freien Gewerbe 
in den Städten vor allem berücksichtigen. Denn bei diesen war 
die durch die Grundherrschaft natürlich begründete naturalwirt- 
schaftliche Entlohnung nicht ebenso vorhanden*?). Es ist auch 
bereits zutreffend betont worden, daß die niedere soziale Stellung, 
in welcher diese sich vielfach befanden, nicht durch ihren Beruf 
an sich bedingt war, sondern durch ihre Abstammung. Sie 
stammten von der einheimischen Urbevölkerung nichtarischer 
Rasse ab®*). Beispiele sind schon angeführt worden, daß der Stand 
der Handwerker als solcher vielfach sehr beträchtliches Ansehen 
genoß, besonders in Südindien*). 
5) A.a.O.2, 96. 
51) Vgl. A. K. Coomaraswamy, The Indian craftsman (1909), S. 39 ff. 
52) Vgl. Ebda. S. 51 £. 
53) So richtig schon Coomaraswamy a.a.O. S.s2 ff. 
5) Ebda. S. 53 ff.
	        
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