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das Silber verdrängt. Es erscheint in verschiedener Form. Neben
Hacksilber auch die Ringform. Zur Beglaubigung des Feingehaltes
wurde frühzeitig eine Nachprüfung durch Wägung vorgenommen
und ein Stempel angebracht. Silberbarren mit der Aufschrift des
Königs sind gefunden worden. Vollwertiges Münzgeld wird von
minderwertigem bereits unterschieden‘). Später, Mitte des 2. Jahr-
tausends v. Chr., unter den Kossiäern werden die Preise nicht
selten in Gold angegeben, jedoch darf daraus nicht ohne weiteres
auf eine Goldwährung geschlossen werden. Vielmehr ist wahr-
scheinlich, daß die tatsächlichen Zahlungen in Silber erfolgten?).
Schon in der Zeit König Hammurapis (ca. 2123—208ı
v. Chr.) haben die Bankiers eine bedeutsame Rolle in der Wirt-
schaft gespielt; im 6. Jahrhundert v. Chr. sind große Bankhäuser
auch urkundlich bezeugt. Alle Kaufhandlungen sollten schon zur
Zeit Hammurapis schriftlich und mit Zeugenführung abgeschlossen
werden. Schon im 19. Jahrhundert v. Chr. sind in Assyrien Preis-
satzungen durch die Könige erlassen worden®®).
Besonders verhängnisvoll für die Landwirtschaft (die Bauern)
waren die damals schon üblichen Darlehensgeschäfte”), nach
welchen den Bauern das Saatgetreide zu dem hohen Preis, den
es zur Zeit der Aussaat besaß, berechnet wurde, während sie die
Schuld nach der Ernte infolge der jetzt viel niedrigeren Preise
teuer, d. h. mit einem viel größeren Quantum Getreide, zurück-
zahlen mußten.
Der Bauer zahlte auch für das Vieh, welches er für seine
ländlichen Arbeiten mietete, mit Getreide®). Für Lohnarbeiter
war nach dem Gesetze Hammurapis eine Entlohnung in Silber-
geld (Sekel) oder ein Äquivalent in Getreide vorgesehen®). Leute,
die für den landwirtschaftlichen Wirtschaftsbetrieb gebraucht
9%) Vgl. dazu besonders W. Schwenzner, Zum altbabylonischen Wirt-
schaftsleben. Mitteil. d. Vorderasiat. Gesell. 19 (1915), S. ı2 ff.
%) Meissner a.a.O. S. 356 £.
%) Ebda. 5. 361.
97) Ebda. S. 364. — Vgl. über ähnliche Vorgänge in Österreich während
des 16. Jahrhunderts; die „Fürlehen auf Wein und Getreide“, Erna Patzelt, Ent-
stehung und Charakter der Weistümer in Österreich (1924), S. 100, sowie
Anhang II.
®) A.a.O. 1, 365.
#) Ebda. ı, 163.