Full text: Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

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wurden (Saisonarbeiter), bezahlte man lieber mit Getreide‘). 
Beachtung verdient, daß die Strafen, welche hier festgesetzt 
wurden, in Geld (Silber) angegeben sind*!°). 
Auch die Steuerleistungen an den Staat zeigen dieselbe Ver- 
schiedenheit nach Produktionszweigen. In den Städten wurden 
die Abgaben meist in Geld bezahlt, von Feldern und Vieh da- 
gegen meist in Naturalien, jedoch konnte dafür auch Geld ent- 
richtet werden*?). Die Viehzüchter (Hirten) zahlten mit Vieh- 
stücken, bzw. Wolle von Schafen)!°?). 
Die Steuern waren zum Teil an Generalunternehmer (Bank- 
häuser) verpachtet; auch reiche Privatpersonen bedienten sich 
dieser zur Einziehung ihrer Einnahmen***). In Assyrien kamen 
auch außerordentliche Steuern, die sog. „Extrageschenke‘“, vor*®°). 
Die Bezahlung der Beamten**®) erfolgte zum Teil in Naturalien, 
zum Teil in Geld (Silbersekel). 
Die Tempel wie der Hof waren infolge ihres großen Grund- 
besitzes und der davon fließenden Abgaben (Zehnt und Opfer- 
spenden) zugleich selbst große Geschäftsunternehmungen, die wie 
private Bankhäuser Darlehen an Naturalien, besonders Getreide, 
und Geld gewährten und gute Geschäfte machten. 
Über die Steuer und Frondienstleistungen wurde Buch ge- 
führt. Zinsbücher, ähnlich den Urbaren des Mittelalters, sind in 
Assyrien bereits nachweisbar*”). Von Steuern und Abgaben waren 
durch den König auch Befreiungen erteilt, besonders an Städte, 
denen zum Teil auch Selbstverwaltung eingeräumt wurde?S). 
Privilegien über Steuerfreiheit wurden auch den Tempeln Assy- 
riens zuteil, ferner auch verdienten Beamten des Königs!*®). (Eine 
Art Immunität!) 
& 
100) Schwenzner a.a.O. S. 39. 
101) Meissner ı, 162 ff. 
12) Ebda, ı, 125 u. 143 (Assyrien). 
*°%) Ebda, ı, 126 sowie 142 (Assyrien). 
*4) Ebda. S. 130. 
'°5) Ebda. S. 143. 
‘06) Ebda. S. 135 £f. . nn 
17) C.H. W. Johns, An Assyrian Doomsday Book or liber censualis. Leipzig 
(904 (Assyriolog. Bibl., herausgeg. v. Friedr. Delitzsch u. P. Haupt, XVI[.). 
28) B. Meissner a.a.O. S. 144 £f. 
1089) Ebda. 145.
	        
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