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da viel Sumpfland und Wüste, in Assyrien aber das Gebirge ihn
empfindlich beschränkten. Auch die Schwierigkeiten entsprechender
Bewässerung machten sich geltend®). Sehr frühzeitig, vielleicht
eher als bei anderen Völkern des Orients, hat sich gerade hier
Handel und Verkehr entwickelt, wie schon die Tatsache beweist,
daß die Nachbarvölker zahlreiche technische Ausdrücke auf diesem
Gebiete aus dem Babylonischen entlehnten*). Bildete.der Handel
neben den schon in der älteren Zeit reich entwickelten Gewerben
einen wichtigen Zweig wirtschaftlicher Betätigung, so wird auch
verständlich, was über die Natural- und Geldwirtschaft festgestellt
werden konnte. „Die Metalle haben schon in den ältesten be-
kannten Epochen den Wertmesser der Waren gebildet, oder man
befand sich wenigstens in dem Übergange von der Natural- zur
Geldwirtschaft.“ Dieses Urteil eines der besten Kenner der
Kulturgeschichte Babyloniens und Assyriens scheint mir recht
charakteristisch, so unsicher es auch klingen mag. Tatsächlich
werden wir auch hier wieder genauer nach verschiedenen Wirt-
schaftskreisen zu scheiden haben. In der ältesten Zeit sollten die
Steuern eigentlich in Naturalien (Schafen, Limmern und Fischen)
entrichtet werden. Die Zusatzbestimmung, daß in Ermangelung
eines weißen Schafes die Hirten Geld dafür entrichteten®), beweist
deutlich, daß diese Naturalien eben Steuern der viehzucht-
treibenden Bevölkerungsklasse gewesen sind. Ebenso kann die
Verwendung von Getreide als Geld gedeutet werden. Sie tritt bei
Kauf und Verkauf von Grundstücken besonders auf. Und das ist
verständlich, weil eben für die agrarwirtschaftlichen Kreise auch
die Bodenprodukte vor allem zu Geldzwecken dienten. Es ist aber
zugleich auch schon bemerkt worden, daß in solchen Fällen die
Preise zunächst zwar in Getreide angegeben, dann aber in Münz-
geld umgerechnet erscheinen®*). Der Preis von Mobilien dagegen
wurde im Silberwerte angegeben.
Als Münzgeld diente in Babylonien in der ältesten Zeit das
Kupfer, während im alten Assyrien Blei das gewöhnliche Zahlungs-
mittel bildete. Beide wurden dann im 3. Jahrtausend v. Chr. durch
°°) Vgl. Br. Meissner, Babylonien und Assyrien. (Kulturgesch. Bibl. von
W.Foy ı.) ı, 187 ff. (1920).
%) Ebda. S. 336.
”) Ebda. S. 355.
®) Ebda. S. 355 n. $.