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bald in Griechenland ausgebildet“), Der gesamte Geldverkehr
konzentrierte sich zunächst bei den Wechslern. Im An- und Verkauf
fremder und Umwechslung der einheimischen Valuta liegt der Ur-
sprung des griechischen Bankwesens. Je mehr die Zahl der im
Handel verwendeten Münzsorten wuchs und je mehr deren Valuta
beschränkt war, desto notwendiger war der Stand der Wechsler. Er
übernahm bald- auch die Vermittlung von Zahlungen. Der Giro-
verkehr war im 4. Jahrhunderte schon allgemein üblich. Auch
Kreditbriefe kommen bereits vor. Der griechische Bankier des
4. Jahrhundertes führte zum mindesten schon zwei Bücher: ein Tage-
buch, in das die der Bank überwiesenen Zahlungsaufträge und auch
die erfolgten Auszahlungen notiert wurden, und ein Hauptbuch, in
welchem jeder Kunde sein Konto mit Rubriken für das Debet und
Kredit besaß.
Haben auch, nach Hasebroek, ein interlokaler Kreditverkehr
und Bankfilialen dieser Zeit noch gefehlt, und war der Barverkehr
hier üblich“), so haben die Banken am selben Ort doch in Verkehr
gestanden. Ein System gegenseitiger Verbürgungen der Banken
untereinander scheint üblich gewesen zu sein. Möglicherweise war
schon ein Clearingsystem vorhanden, indem die athenischen Banken
die Girokonten gegenseitig abrechneten und ein bargeldloser Ver-
kehr durch einfache Überschreibung bei Zahlungen von Kunden
durchgeführt wurde.
Inhaber- und Ordrepapiere existieren bereits, dagegen kaum
wohl der Wechsel. Ersetzt wurde er im griechischen Verkehrsleben
bis zu einem gewissen Grade durch das Seedarlehen, das bedeu-
tendste Spekulationsgeschäft des Altertums. Durch dasselbe wurden
auch überseeische Zahlungen ausgeführt.
Auch das Depositengeschäft war ein reges, indem man eine
Beteiligung an Bankgeschäften in der Form verzinslicher Depositen
als gute Kapitalsanlage betrachtete.
Handelsgesellschaften haben gleichfalls nicht gefehlt. Doch
sind große Handelsgesellschäften, insbesondere große Schiffahrts-
gesellschaften, nicht gebildet worden. Der Zusammenschluß einer
ganz kleinen Zahl, oft nur von zwei oder drei Personen, ist das
Typische. Gewöhnlich war der Händler zugleich Eigentümer
*) Vgl. J. Hasebroek, Zum griechisch. Bankwesen der klassischen Zeit.
Hermes 55, 113. (1920).
3) Ebda. 133 ff.