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ihre Organisation sein mag — im allgemeinen vom i n -
dustriellen Gesichtspuncte aus nicht schlechter, als
die Privatgesellschaften. Diese haben nur vom com-
merciellen Gesichtspuncte aus Vorzüge : wenn die Con-
currenz zur Kundenjagd zwingt, wenn es sich darum
handelt, eine fortwährende Reclame zu organisieren, ir
gend welche Kniffe anzuwenden oder Unsummen hinaus
zuwerfen, um sich eine Kundschaft zu erhalten oder sie
einem Rivalen abspenstig zu machen, dann ist der Staat
unzweifelhaft weniger auf der Höhe, als die Privatgesell
schaften.
Dazu ist aber folgendes zu bemerken: Diese Inferiori
tät mag sehr bedenklich sein, wenn es sich darum handelt,
das Maximum von Profiten zu ergattern, sie hat aber
nur eine zweifelhafte Bedeutung, wenn es sich darum
handelt, den Consumenten das Maximum von Vorteilen
zu sichern. Nun wissen wir aber, dass die gesellschaft
liche Arbeit im socialistischen Staate keineswegs mehr
die Schaffung von Tauschwerten bezwecken würde, son
dern die Erzeugung von Gebrauchswerten zur directen
Bedürfnisbefriedigung der Producenten selbst. Wenn also
schon heute die Staatsunternehmungen als Productions-
organismen den Vergleich mit den Privatunternehmungen
aushalten können, so können wir a fortiori leicht nach-
weisen, dass eine socialistische Organisation der Arbeit,
weit entfernt, die productive Energie und die persönliche
Initiative herabzumindern, sie vielmehr in weit höherem
Masse anreizen würde, als die heutige Ordnung.
Um diesen Nachweis zu liefern, betrachten wir nach
einander die ausführende und die leitende Thätigkeit.
Was zunächst die ausführende Thätigkeit
anlangt, so versteht sich von selbst, dass alle die Mittel,
die man heute zur Erhöhung ihres Ertrages verwendet
— Prämien, Stücklohn, Accordarbeit u. s. w. — mit der
grössten Leichtigkeit in der socialistischen Ordnung ihre