100*
Deutsche Steinzeugwaarenfabrik
Kanalisation und Chemische Industrie,
Friedrichsfeld in Baden.
Vielfach im Laufe der Jahre an die
Fabrikleitung herangetretene Fälle unver
schuldeten sozialen Elends unter der Ar
beiterschaft des obengenannten Etablisse
ments , namentlich auch hervorgerufen
durch langdauernde Krankheiten einzelner
Familienmitglieder, gaben den Anstoß zur
Gründung einer Unterstützungskasse für
die Familienangehörigen der Arbeiter.
Die Kasse wurde von der Aktiengesell
schaft am i. April 1898 unter dem
Namen
HILFSKASSE FÜR DIE ANGEHÖ-
Fabrikwirtschaft (Außenansicht). RIGEN DER ARBEITER, MEISTER UND
ANGESTELLTEN der Deutschen Stein
zeugwaarenfabrik für Kanalisation und Chemische Industrie ins Leben gerufen.
Gegen den geringen Beitrag von wöchentlich 30 Pf. ist jeder verheiratete Arbeiter des
Werkes berechtigt, für seine Frau und Kinder der Kasse als Mitglied beizutreten. Die
Aktiengesellschaft ihrerseits zahlt für jedes der Kasse beitretende Mitglied den gleichen
Betrag wie dieses.
Ähnlich wie die Leistungen der Fabrikkrankenkasse an die Arbeiter des Werkes ge
währt die Hilfskasse an die Familienangehörigen ihrer Mitglieder freie ärztliche Behandlung,
Arzneien und alle erforderlichen Heilmittel. Die Unterbringung schwer kranker Frauen
oder Kinder in Krankenhäuser, genesende Familienangehörige in Rekonvaleszentenhäuser
sind Aufgaben der Kasse. Neben diesen Hauptaufgaben stehen der Kasse Mittel zur Ver
fügung, um auch da, wo es not tut, mit baren Geldmitteln schwer bedrängten Familien
beizuspringen. Es wurden beispielsweise in den letzten 2 Jahren 2474 und 1727 M. an
baren Unterstützungen verausgabt. Daß hier in stiller Weise viel zur Linderung der Not
beigesteuert worden ist, bedarf keiner Frage.
Am besten illustrieren übrigens die nachstehend abgedruckten Tabellen die Inanspruch
nahme der Kasse und ihre Leistungen.
Saal der Fabrikwirtschaft.
Beamtenzimmer in der Fabrikwirtschaft.