Metadata : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

RUSSLAND.  —  Militär  Landmacht).

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Beim  Kampfbeginne  war  indess  die  russ.  Armee  weitaus  die  schwächere;
sie  betrug  (nach  den  Einzelangaben  in  »Toll's  Denkwürdigkeiten<î)  \

Truppen  in  erster  Linie:
Erste  Westarmee,  unter  Barclay  de  Tolly,  am  Niemen,  6  Infanterie-  u.  Mann
2  Cavallerie-Corps,  76,800  Infanterie,  17,450  Cavallerie,  10,000  Artillerie ­
  (mit  558  Geschützen),  zus.,  ungerechn.  6—7000  Kosaken  104,250
Zweite  Westarmee,  unter  Bagration,  bei  Slonym,  4  Infanterie-  und  2
Cavallerie-Corps  (mit  216  Kanonen),  unger.  4000  Kosaken  .  35,000
Reservearmee,  unter  Tormassow,  in  Volhynien,  mit  164  Kanonen  und
einer  Anzahl  Kosaken  .  36,000
Zusammen  in  erster  Linie  höchstens  175,000
reguläre  Soldaten  mit  938  Geschützen,  ungerechnet  die  vorerst  wenig  zu  gebrauchenden ­
  Kosaken.  —Dieser  vergleichsweise  schwachen  Macht  gegenüber  drang
Napoleon  mit  mehr  als  400,000  Mann  vor.
In  zweiter  Idnie  standen  unter  Sacken  42,500  M  Aus  dritter  Linie  erhielt ­
  die  Activarmee  allmälig  46,000  M.  Infanterie  und  9300  Reiter,  Recruten,
zur  Verstärkung.  Ausserdem  standen  in  Finland  unter  Steinheil  30,000  und  an
der  Donau  53,000  Mann.
So  vermochte  Russland  1812  niemals  300,000  M.  gleichzeitig  unter
die  Waffen  zu  bringen.  —  Bei  Smolensk  kämpften  121,118  M.,  wovon
höchstens  113,000  Linientruppen.  Bei  Borodino:
Baasen  Franzosen
Infanterie  .  .  72,000  82,000
Cavallerie  .  17,500  26,000  *)  Ausserdem  7000  Kosaken,  die
Artillerie  .  14,500  15,000  wenig,  und  Milizen,  die  hier  gar  nicht
Zus.  104,000*)  123,000  zu  gebrauchen  waren,
Geschütze  .  .  640  587
Die  Verluste  in  dieser  Schlacht  waren  ungeheuer  ;  bei  den  Franzosen ­
  28,000  und  31  —  35,000  Leichtverwundete;  bei  den  Russen  52,000
die  Hälfte  der  Armee,  wovon  nur  etwa  1000  gefangen.  Die  Franzosen ­
  kamen  blos  noch  95,000  M.  stark  nach  Moskau.  {Toll.)
Der  Feldzug  brachte  auch  das  russ.  Heer  beinahe  zur  Auflösung,
—  fast  so  sehr  wie  das  der  Franzosen.  Ganze  Compagnien  wurden  vernichtet ­
  ;  von  Bataillonen  blieben  2  —  3  M.  übrig  (Angabe  Butturlin’s,
Adjutanten  des  K.  Alexander)  ;  die  120,000  M.  der  Hauptarmee  unter
Kutusow  schmolzen  auf  35,000,  die  50,000  unter  Wittgenstein  auf
15,000  zusammen  ;  von  einer  aus  dem  Innern  Russlands  gesendeten  Verstärkung ­
  von  10,000  langten  1700  auf  dem  Kriegsschauplätze  zu  Wilna
an  (Angabe  des  engl  Commissärs  Sir  Robert  Wilson).  Toll  berechnet  :

Die  beiden  Westarmeen  betrugen  (abzügl.  des  Wittgenstein’schen  Corps
von  21,000):  die  erste  Westarmee  83,000,  die  zweite  35,000  =  .  .  118,000
An  Verstärkung  und  Ersatzmannschaften  erhielten  sie  ...  .  91,8(M)
Zusammen  209,800
In  Wilna  waren  Mitte  December  noch  bei  den  Fahnen  ....  .  40,290
Folglich  Abgang  von  Ende  Juni  bis  Mitte  December  169,510
In  den  Lazarethen  lagen  48,335  M.  Wenn  selbst,  was  erweislich  nicht  der
Fall  die  Mehrzahl  dieser  Erkrankten  genesen  wäre,  blieb  der  Venust  doch
noch  immer  grösser,  als  die  ursprüngliche  Zahl  der  Gesammtmannschaft.  Ein
Abgang  von  ‘Vti  der  gesammten  Mannschaft  ist  gewiss  unerhört.
Die  Napoleon  nachrückende  russ.  Armee  betrug  im  Jan.  1813  nur
noch  15,000  M.  {Toll).  Während  der  beiden  Feldzüge  von  ^13  und
1814  stieg  die  russ.  Truppenzahl  schwerlich  jemals  auf  150,000.  (Bei
            
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