Full text: Le travail dans l'Europe chrétienne au moyen âge (Ve-XVe siècles)

Die Gesetze der Verteilung. 
Buch III. 
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per Kopf, und die Länder mit dichtester Bevölkerung sind, unter sonst 
gleichen Verhältnissen, immer die reichsten Länder. 
Bis hierher haben wir nur das Rätsel noch mehr verwirrt, wir 
haben eine Theorie über den Pausen geworfen, die bestehende Tat 
sachen in hergebrachter weise erklärte, dadurch aber die Tatsachen an 
scheinend nur noch unerklärlicher gemacht. Ls ist, als ob zu einer Zeit, 
wo die ptolemäische Theorie noch in Ansehen stand, bloß bewiesen 
worden wäre, daß die Sonne und die Sterne sich nicht um die Erde 
drehen. Der Wechsel von Tag und Nacht und die anscheinende Bewegung 
der pimmelskörper wären dabei noch unerklärt geblieben, und die alte 
Theorie würde daher unfehlbar wieder in ihre Rechte eingesetzt worden 
sein, wofern es nicht gelang, eine bessere an ihre Stelle zu setzen. Unsere 
Erörterungen haben uns zu dem Schlüsse gesührt, daß jeder produktive 
Arbeiter seinen eigenen Lohn erzeugt, und daß eine Vermehrung der 
Arbeiterzahl den Lohn jedes einzelnen erhöhen müßte; statt dessen gehen 
die augenscheinlichen Tatsachen dahin, daß viele Arbeiter keine lohnende 
Beschäftigung finden können, und daß eine Zunahme der Arbeiterzahl 
eine Verminderung des Lohnsatzes mit sich bringt. Kurz, wir haben 
bewiesen, daß die Löhne da am höchsten sein müßten, wo sie in Wirk 
lichkeit am niedrigsten sind. 
Nichtsdestoweniger sind wir doch schon etwas vorgeschritten. Um 
zu finden, was wir suchen, müssen wir zunächst entdecken, wo zu suchen 
vergeblich ist. wir haben wenigstens das Feld der Forschung beschränkt. 
Denn so viel ist jetzt wenigstens klar, daß die Ursache, welche jtrotz der 
enormen Zunahme produktiver Kraft die große Ulasse der Produzenten 
aus den geringsten Anteil am Produkt, mit dem sich leben läßt, reduziert, 
nicht die Beschränktheit des Kapitals oder der dem Geheiß der Arbeit 
folgenden Naturkräste ist. Da sie also nicht in den die Güterproduktion 
begrenzenden Gesetzen zu finden ist, so muß sie in den, die Verteilung 
regierenden Gesetzen gesucht werden. Dahin wollen wir uns jetzt wenden. 
Ls wird nötig sein, das ganze Thema der Güterverteilung in 
seinen Pauptzweigen durchzugehen. Um die Ursache zu entdecken, 
welche bei zunehmender Bevölkerung und fortschreitender Entwick 
lung der produktiven Gewerbe die Armut der untersten Klasse ver 
tieft, müssen wir das Gesetz auffinden, welches darüber entscheidet, 
welcher Teil des Produkts der Arbeit als Lohn zuteil wird. Um das 
Lohngesetz zu finden, oder wenigstens um zu wissen, wann wir es ge 
funden haben, müssen wir ferner die Gesetze feststellen, die den dem 
Kapital und den den Grundbesitzern anheimfallenden Anteil bestimmen; 
denn da der Grund und Boden, die Arbeit und das Kapital sich in die 
Güterproduktion teilen, so kann das Produkt nur unter diesen Dreien 
verteilt werden. 
Unter dem Produkt oder der Produktion eines Landes ist die 
Summe der von dessen Bewohnern produzierten Güter zu verstehen —• 
öer allgemeine Fonds, aus dem (so lange früher vorhandene Vorräte
	        
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