Full text : Die Sprengstoffe, ihre Chemie und Technologie

124 Drittes Kapitel: Technologie der einzelnen Sprengstoffe.

auch der Energieinhalt (O) bleiben hinter denen anderer Spreng⸗
stoffe weit zurück. Wohl aber ist es das ausgezeichnete Material
zur Füllung der Zündkapseln.
Bei der Sersetzung des Knallquecksilbers wird der Kohlenstoff
nur zu Kohlenoxyd orndiert. Die vollständige Verbrennung zu
Kohlensäure erreicht man durch Zugabe eines Sauerstoffträgers,
als welcher meistens Kaliumchlorat benutzt wird. Die Zersetzung

3 CNODHS 2XCIOGCGCSG COCOSHS -2RKCIAGN,
welcher O 663 Kal. (Quecks. gasf.) entspricht, würde ein Ge—
misch von 77,7 Proz. Knallquecksilber und 22,3 Proz. Kalium—
chlorat erfordern; man nimmt gewöhnlich eine Mischung von 85
und 15 Proz., die mit einem Druck von etwa 250 kg pro Quadrat—
zentimeter gepreßt wird, meist noch unter Zusatz von etwas
Schwefelantimon.
Verschiedene Sprengstoffe bedürfen zur Explosion verschiedene
Mengen Zündmischung. Man fertigt diezündkapseln, zylindrische
Kupferhülsen, die an einem Ende geschlossen sind und die lichte
Weite der aufzunehmenden Zündschnur besitzen, in zehn verschie—
denen Größen an:
Ur....... 12 4 dle
Füllung ing 0.3 0.4 0.54 0,65 0.8 1,0 1.5 2.0 25 3,0
Zur Prüfung der Sprengkapseln bedient man sich kleiner Blei—
zylinder von 100 mm höhe und 100 mmm Durchmesser mit zen—
traler Bohrung (55 mm tief) von der Größe der zu prüfenden
Kapsel und prüft, wie beim Trauzl-Bleiblock, die durch die Ex—
plosion entstandene Ausbauchung. Die Sprengkapsel Nr. 8 soll
eine Ausbauchung von 28 bis 30 cbem ergeben.
Noch gebräuchlicher ist es, die Sprengkapsel einfach auf eine
quadratische Bleiplatte zu stellen. Die in die Kapsel eingeführte
Zündschnur wird durch einen Bügel geführt und gehalten. Bei
der ZSündung schlägt die Kapsel eine Vertiefung in die Bleiplatte und
bringt auf dieser noch weitere charakteristische Merkmale hervor.
Die folgenden Abbildungen nach photographischen Aufnahmen
zeigen in den beiden ersten Darstellungen der oberen Reihe die
Wirkung guter Sprengkapseln. Von der eingeschlagenen Vertiefung
verläuft eine gleichmäßige radiale Strahlung auf der Bleiober—
fläche. Dies ist die Folge davon, daß die Kupferhülse durch das
Knallquecksilber zu staubförmig feinen Teilchen zerrissen und über
die Bleifläche hinweggeschleudert ist. Andere Bilder zeigen gröbere

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