Die Bank genoß so lange großes Vertrauen, als die Gelder nicht ausgeliehen
wurden, sondern in den Kellern der Bank ruhten. Als aber 1790
bekannt wurde, daß sie, wie einst die italienischen Girobanken, dem
Staate und Privaten (der Ostindischen Kompagnie) Darlehen gewährt
hatte — es handelte sich um 9!/, Millionen Gulden — verlor die Bank ihr
Ansehen, Ihr Kredit schwand völlig, als sie die Ausgabe von Silbergeld
wesentlich einschränkte und sich vorbehielt, den Preis des Silbers zu verändern,
d. h. sich in das Recht setzte, „den Wert des Eigentums aller Teilnehmer
an der Bank herabzuwürdigen“ (Büsch, Abhandlung von den
Banken. Wien 1815). 1820 erfolgte die Auflösung der Bank.
Nach dem Vorbilde von Amsterdam entstand 1635 auch in Rotterdam
eine Cirobank, die laufende Konten in Bankgeld und in Landesgeld
eröffnete.
V. Die Anfänge des Bankwesens in Deutschland,
Die Hamburger Bank,
In der Entwickelung des Bankwesens ist Deutschland an dritter Stelle
zu nennen (Italien, Holland, Deutschland). Münz- und Bankwesen standen
hier im engen Zusammenhange. Die politische Zerrissenheit des Landes
spiegelte sich getreu wider in seinen Geld- und Münzverhältnissen.
Das Münzregal war nicht nur an die Reichsstände und an eine Anzahl
weltlicher und geistlicher Fürsten, sondern auch an zahlreiche Privatpersonen
gegen hohe Abfindungen übergegangen. Fast jede Stadt hatte
ihre eigene Münze und ihre eigene Währung. Wer an einen anderen
Ort kam, war genötigt, sich mit der dort geltenden Münze zu versehen.
Dieser Umtausch erfolgte durch Wechsler oder durch Münzstätten, die
oft Bankgeschäfte betrieben.
Umfangreich war dieses Wechselgeschäft naturgemäß in den großen
Verkehrszentren, vor allem in Frankfurt a. M., das Luther nennt, „das
Silber- und Goldloch, dadurch aus teutschen Land fleußt, was nur bey uns
quillt, wächst, gemünzt und geschlagen wird“, 1402 bereits wurde vom
Rat der Stadt Frankfurt a. M. eine Handelsbank — „Wessil“ genannt —
errichtet, die das Geldumwechseln besorgte und überflüssige Gelder nutzbringend
anlegte 1).
1) S.H. von Poschinger, Bankwesen und Bankpolitik in Preußen. Berlin 1878.
[. Band. S. 8ff.