fullscreen : Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Descartes.

ins Einzelne verfolgen und nachweisen lässt, die Grundzüge des
Systems der Erkenntnis, noch ehe irgend ein metaphysisches
Problem in den Umkreis der Betrachtung eingetreten ist.9) Die
Metaphysik dient nicht der Entdeckung, sondern nur der nachträglichen
 Bestätigung und Beglaubigung der Prinzipien der
Wissenschaft.!°) Entspricht somit die Sonderung zwischen dem
methodischen und dem metaphysischen Faktor der Systembildung
der inneren Entstehungsgeschichte der Cartesischen Philosophie,
so kann durch sie weiterhin auch erst volle Klarheit über die
Cartesische Metaphysik selbst, ja über den Charakter ihres
Schöpfers gewonnen werden: denn hier muss es sich zeigen, ob
der Fortgang zur Metaphysik — wie selbst Fr. Alb. Lange behauptet
 hat — nur aus äusserlichen und zufälligen Motiven erfolgte,
 oder ob notwendige und innerliche Probleme, die aus
der Methode selbst hervorwuchsen, auf diesen Uebergang hinirängten.
 —

In der Schilderung, die der „Discours de ]a methode“
von der Entstehung des Grundgedankens entwirft, treten drei
Gruppen sachlicher Vorbedingungen bestimmend hervor. Die
Musterung des überlieferten Stoffes der Erkenntnis trifft, nachdem
sie alles rhetorische Beiwerk und allen äusseren Zierrat des
Wissens abgestreift, auf drei relativ feste Punkte, die als Anfang
und Grundlage des künftigen Aufbaus dienen können. Logik,
Geometrie und Algebra sind es, in denen, trotz allen Mängeln
ihrer traditionellen Behandlung, der Charakter des echten Wissens
nicht völlig ausgelöscht werden konnte. Freilich lehrt die Logik
der Schule mit ihren Definitionen und Syllogismen eher Bekanntes
 zu erklären, als Unbekanntes zu entdecken; freilich bietet
die geometrische Analyse der Alten und die moderne Arithmetik,
durch ihre beständige Abhängigkeit von der unmittelbaren sinnlichen
 Anschauung und durch die ungefüge Art ihrer symbolischen
Bezeichnungsweise, eher eine verwickelte 'T echnik, die den Geist
verwirrt, als eine völlig durchsichtige Erkenntnis, die ihn klärt
and bildet. So gilt es denn, eine andere Methode zu suchen, die,
während sie die Vorzüge dieser drei Grundwissenschaften vereint.
            
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