Zogik und Kategorienlehre. — Burthogge.
lehre. Ein einheitlicher subtiler Grundstoff, der das Universum
durchdringt, wird als Vermittler jeder Wechselwirkung zwischen
den Körpern, sowie als Träger der Lebenserscheinungen voraus-
gesetzt. Die Einzelseelen sind nichts anderes, als Einschränkun-
gen und Besonderungen, denen dieser „Gemeingeist“ je nach der
verschiedenen materiellen Struktur des Körpers, den er belebt,
anterworfen ist. Man sieht, wie diese Lehre — unberührt von
der gesamten Entwicklung der wissenschaftlichen Mechanik —
wieder zu der Grundanschauung der Naturphilosophie zurücklenkt.
Vgl. ob. S. 191ff.) Sie trägt — trotz manchen Abweichungen im
Einzelnen — die Züge der allgemeinen Reaktion gegen die mathe-
matische Forschungsweise, wie sie in England insbesondere durch
den Spiritualismus Henry Mores eingeleitet wird
Die Erkenntnislehre des Geulincx und Burthogge ergänzen
und erhellen sich wechselseitig. Die Vebereinstimmung in der
Grundanschauung dieser beiden Denker, die im Ganzen doch nur
gegebene Anregungen fortsetzen und weiterführen, das gemeinsame
Ziel, zu dem sie unabhängig von einander gelangen, beweist, zu
welcher Schärfe und Klarheit die Forderung einer selbständigen
Verstandeskritik, die neben die Kritik der Sinne zu treten
hat, sich seit der Grundlegung der modernen Philosophie ent-
wickelt hatte. Wer die Eigenart der Kantischen Lehre in dem
Satze sucht, dass wir die Dinge nicht an sich, sondern nur in
len Formen und Verkleidungen unseres Denkens zu erkennen
vermögen: der müsste in der Tat an diesem Punkte an der Origi-
nalität der Vernunftkritik irre werden. In der Tat hat man
Burthogge sowohl wie Geulincx unmittelbar als Vorgänger und
Mitbegründer der kritischen Philosophie bezeichnet.4!) Und den-
noch tritt der Gegensatz zu dieser bei ihnen fast stärker als
die gemeinsamen Züge hervor; dennoch ist es ein weiter Ab-
stand, der die negative Behauptung von der Unerkennbarkeit
des Absoluten von der positiven Einsicht trennt, dass der Ver-
stand der „Urheber der Natur“, weil der‘ Urheber der Gesetze
ist, die die Erfahrung begründen und leiten. In dieser Be-
ziehung aller Begriffe auf den obersten Grundsatz der „Möglich-
keit der Erfahrung“, in ihrer Einschränkung auf die empirische
Ordnung und Deutung der Erscheinungen wird erst der Mittel-