fullscreen: Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

ten, sondem einfach, weil sie hier keine Grundsteuer haben. 
So primitiv sind noch die Verhältnisse! Es wäre daher für 
uns ganz unmöglich, mit diesen Verhältnissen zu conciirriren, 
da die hiesigen Herdenbesitzer im Stande sind, mit gutem 
Gewinne ein schönes Stück Rind um lo bis 20 Dollars zu 
verkaufen. 
Ein Theil dieser Rinder geht nach Europa und sind| 1881 
aus Texas bis Ende April schon 150.000 Stück ausgeführt 
worden. Dieselben gehen noch den weiten Weg über New- 
York, werden aber von jetzt in den nächsten Jahren den billi 
geren Weg über New-Orleans nehmen, das heisst, so lange 
die Jetties an der Mississippi-Mündung sich ihres Erfolges er 
freuen. 
Was ich darüber denke, habe ich bereits gesagt. Für 
einige Jahre dürfte das Vieh auf diesem Wege aber doch bil 
liger nach Europa gebracht werden. Die Leute fragten mich 
hier, warum wir eigentlich nicht lieber das Vieh bei uns selbst 
ziehen, anstatt es uns aus Amerika schicken zu lassen. Natür 
lich konnte ich ihn&n den wirklichen Grund nicht sagen; dass 
wir zwar auch Vieh hätten, dasselbe aber uns viel theuerer zu 
stehen kommt, als ihnen, die auf steuerfreiem Boden wirth- 
schaften. Diese Erklärung wäre diesen Naturmenschen unver 
ständlich gewesen, oder sie hätten mich weiter gefragt, was 
wir gemacht hätten, dass wir so viel Abgaben zu zahlen haben 
und darauf wollte ich es nicht ankommen lassen, sondern 
sagte ihnen, die Gegend wäre für Rindvieh nicht sehr gesund 
und wir hätten schon manches Unglück damit gehabt. 
Wohin kämen wir nun, wenn dem Import von amerika 
nischem Vieh nicht ein Damm gesetzt würde! Es wäre für 
uns unmöglich, selbst Vieh zu halten. Dann hätten wir keinen 
Dünger; die Landwirthschaft in ihren beiden Grundprincipien 
wäre erschüttert und müsste zu Grunde gehen. Zu hoffen, dass 
die hiesige Regierung Steuern erheben werde in einer Höhe, die 
den Verhältnissen bei uns annähernd entsprechen würde, ist 
nicht anzunehmen, denn es finden sich noch viel günstigere 
Objecte der Besteuerung, als gerade der Grund und Boden, 
die entweder gar nicht, oder doch nur so gering besteuert
	        
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