So schwindet die Gefahr des Importes von Rindvieh von
selbst, und es entsteht uns durch den Ackerbau keine neue
Concurrenzgefahr. Eine andere Rettung habe ich nicht gefunden,
bis ich neulich aus Zeitungsberichten auf Etwas aufmerksam
gemacht wurde, was uns vor einem Th eile des Importes
von Fleisch ganz von selbst schützt: Es betrifft das
Schweinefleisch. Man hat in Europa gefunden, dass im amerikanischen
Schweinefleisch sehr viele Trichinen enthalten sind.
Trotzdem sehe ich, dass alle Leute hier es essen. Ich selbst,
der ich ein wenig Arzt bin, kann nicht finden, dass die Leute
hier schlecht aussehen oder krank seien. Sie sind zwar gewöhnlich
hager und schlank, doch das macht die Arbeit. Im
Gesichte ist nichts zu bemerken, als überhaupt ein intelligenter
Ausdruck, und das kann nicht die Folge von Trichinen sein.
Bei weiterem Nachdenken kam ich auf folgende Vermuthung:
Vielleicht kommen die Trichinen erst bei der Seereise
in das Schweinefleisch! Auf eine andere Art kann ich
mir diesen Fall nicht erklären. Wäre ich unbescheiden, so
würde ich sagen, meine Vermuthung ist eine Entdeckung oder
Erfindung; doch ich will lieber darauf verzichten und die Erfindung
über die Trichinen Anderen überlassen. Je näher man
die Gefahr des zu grossen Viehimportes betrachtet, um so
mehr schwindet sie.
In manchen Ländern und Gegenden Oesterreichs ist diese
Gefahr ohnehin nicht so gross, da es Gegenden, z. B. in
Böhmen und Mähren, gibt, in denen die Landbevölkerung ein
kaum bemerkbares Quantum Fleisch consumirt. Die Leute
existiren dabei selbst bei der schmalen Kartoffelkost.
So verdanken wir den schmalen Arbeitslöhnen, welche
unsere Fabriksherren ihren Arbeitern zahlen, grossentheils die
Abwendung der amerikanischen Concurrenzgefahr. Und wie
ungerecht hat man diese Hungerlöhne nicht oft beurtheiltl**