Object: Wirtschaft als Leben

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.Freiheit vom Worte“, 
die noch so täuschende Auswattierung dieses Systems mit allwirt 
schaftlichen Einfällen ändert daran nichts. Diese Konstruktion eines 
„Güterlebens“ geht auch nur scheinbar in der Formel „Individualismus“ 
auf. Selbst angenommen, es wäre ein solcher Gedankenbau nur als 
das Werk und die Freude von „Individualisten“ denkbar, so liegt in 
der Sache selber ebensowenig „Individualismus“ wie „Universalismus“ 
damit vor; soweit diese Kartothekbegriffe überhaupt etwas sagen. 
Denn was mit der „Güterlehre“ geboten wird, besagt keinerlei 
Stellungnahme zum, sondern ein glattes Herausstellen aus dem Zu 
sammenleben 1 Dies geht so weit, daß man es in der Reinzucht dieser 
Theorie sogar für zulässig erachtet, von den menschlichen Handlungen 
gänzlich zu abstrahieren! Und dabei spielen sich als „Handlungen“ 
ohnehin nur Tauschhandlungen auf, die als „atomistisch“ vereinzelte 
ihr gewinnstrebiges Gegenspiel aufführen. Wird eben in der letzten 
Folgerichtigkeit gedacht, so darf wohl überhaupt nur die nackte Güter 
bewegung hier übrig bleiben. Sie erst liefert das „ungetrübte“ theo 
retische Spiegelbild der Wirtschaft! Nebenbei gesagt, daß alle Welt 
die in diese Extreme auszüngelnde „Güterlehre“ als „Wirtschaftstheorie“ 
geduldig hinnimmt, im unerschütterlich guten Glauben, das sei und 
bleibe nun einmal „die“ nationalökonomische Theorie, das bringt 
wahrhaftig nur die abstumpfende, entnervende Gewöhnung eines 
ganzen Jahrhunderts zuwege. 
XIV. 
Das völlige Un- oder eigentlich Widersoziologische der „Güter 
lehre“ beruht darin, daß hier die Theorie einer Fachwissenschaft vom 
menschlichen Zusammenleben völlig „abgedreht“ hat; und zwar so 
heftig, daß alle unmittelbaren Beziehungen zu den übrigen Fachwissen 
schaften schrill abreißen. Gerade nur die „formalistische“ Jurisprudenz 
die in mehr als einer inneren Verwandtschaft zu unserer heutigen, 
Theorie steht, macht die Drehung willig mit. Alle anderen Wissen 
schaften aber wissen damit nichts anzufangen, wenn aus der Wirt 
schaft als Leben, aus einer Teilgestaltung des Zusammenlebens, ein 
rein mengenhaftes „Güterleben“ geworden ist,nichts als ein ausbalanciertes 
Werden, Wandern, Verteiltwerden und Vergehen der Güter. Soweit 
es also auf die überlieferte nationalökonomische Theorie ankäme, 
dürften die übrigen Fachwissenschaften gleichsam stets nur um die 
Ecke des „Güterlebens“ herum in das Wirtschaftsleben hineinsehen. 
Dies alles übertreibt nicht! Denn bei der „Güterlehre“ handelt es
	        
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