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Zeit, Anfang der 40er Jahre, Deutschland gewesen, während nur das
britische Reich sich schon auf die höchste Stufe geschwungen hatte,
wo noch der Handel hinzutritt, um die Industrie‘ für den Export arbeiten
zu lassen, und damit zur internationalen Arbeitsteilung überzugehen,
Es ist klar, daß von einer Volkswirtschaft überhaupt erst in
den beiden letzten Listschen Perioden gesprochen werden kann, aber
die Abscheidung, wie er sie vornimmt, entspricht nicht den historischen
Thatsachen, Nicht einmal das britische Reich, welches er hauptsächlich
im Auge hat, zeigt diesen Entwickelungsgang, Der Ackerbau ist
sicher oft mit dem Hirtenleben Hand in Hand gegangen, und der
Handel trat vielfach unmittelbar befruchtend an ihn heran, bevor sich
aine heimische Industrie von Bedeutung entwickelt hatte. Man braucht
nur an die Phönizier im Altertum und an Karthago zu denken. In
England bildete sich schon seit Cromwell der Handel mit Rapidität
aus, und erst darauf gewann auch die Industrie einen Aufschwung.
Holland ist ein überwiegend merkantiles Land gewesen, also ohne es
jemals zu einem Agrar-Manufakturstaat zu bringen, und die Industrie
hat niemals eine entsprechende Bedeutung daselbst gewonnen. Als
richtig ist aber anzuerkennen, daß erst dann ein Land zu hoher Ausbildung
der Volkswirtschaft gelangen kann, wenn jene drei großen
Produktionszweige zur Blüte gebracht sind und sich gegenseitig befruchten.
Von Interesse ist dann die von Bücher aufgestellte Entwickelungsfolge.
1. Die Stufe der geschlossenen Hauswirtschaft (reine HKigenproduktion,
tauschlose Wirtschaft), auf welcher die Güter in derselben
Wirtschaft verbraucht werden, in der sie entstanden sind.
2. Die Stufe der Stadtwirtschaft (Kundenproduktion oder Stufe
des direkten Austausches), auf welcher die Güter aus der produzierenden
Wirtschaft unmittelbar in die konsumierende übergehen.
3, Die Stufe der Volkswirtschaft (Warenproduktion, Stufe des
Güterumlaufes), auf welcher die Güter in .der Regel eine Reihe von
Wirtschaften passieren müssen, ehe sie zum Verbrauch gelangen.
Auf der ersten Stufe wird der Bedarf durch die Arbeit der
Familienangehörigen selbst gedeckt. Der Tausch ist zunächst noch
anbekannt und tritt nur vereinzelt auf. Die ganze wirtschaftliche
Thätigkeit ist bestimmt durch die lokalen Verhältnisse. Die Arbeitsteilung
spielt nur eine untergeordnete Rolle, fehlt aber nicht gänzlich.
Sie ist nur innerhalb der Familie durchgeführt, dann später
erweitert durch die Hinzuziehung der Sklaven und Hörigen. Es ist
also der Zustand primitiver Kultur, wie er ursprünglich überall als
Ausgangspunkt anzusehen ist, nur geht Bücher wesentlich zu weit,
wenn er diesen Zustand in dem ganzen Altertum noch vorzufinden
glaubt und ebenso ihn bis in das vorgerückte Mittelalter voraussetzt.
In der zweiten Stufe nimmt er die Stadtwirtschaft an, wo bereits
die Arbeitsteilung sich erweitert hat, und ein großer Teil des Konsums
vor allem der Stadt aus der Umgegend bezogen wird, während diese
wiederum die Produkte städtischer Arbeit für sich in Anspruch nimmt.
Der Kleinhandel spielt schon eine erhebliche Rolle innerhalb des zum
städtischen Gebiete gehörigen Territoriums, der Großhandel dagegen
ausschließlich als Wander-, Markt- oder Meßhandel. Das sind Verhältnisse,
wie sie sich am Ende des Mittelalters in Deutschland wohl nachweisen
lassen.
Jonrad, Grundrifs der polit. Oekonomie. I Teil. 4. Aun.
Bücher.