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Arbeit als
Wertmaß,
Jtetreide.
Zdelmetalle.
eine .ıdeelle Eigenschaft, eine Beziehung der Dinge zur menschlichen
Gesellschaft, und zwar der Güter mannigfaltigster Art. Infolgedessen
muß das allgemeine Preismaß 1. leicht teilbar sein, um die verschiedenen
Preisquantitäten zu messen, 2, allgemein be- und anerkannt, 3. von
Raum und Zeit unabhängig sein. Aber ein diesen Ansprüchen ganz
zenügendes Preismaß aufzufinden, ist als ein unlösbares Problem zu
Jezeichnen.
A. Smith bezeichnete die menschliche Arbeit als das beste
Preismaß. Aber das Opfer, das der Arbeitende bei einer Leistung
’ringt, ist nicht bei allen Personen gleich. Eine physisch anstrengende,
:införmige Thätigkeit ist für den daran gewöhnten Tagelöhner keine
Last, sondern ein Bedürfnis, für den an geistige Beschäftigung gewöhnten
Lehrer wird sie schon nach kurzer Zeit unerträglich. Die
Leistung einer Tagesarbeit ferner ist örtlich und zeitlich, je nach den
arbeitenden Persönlichkeiten, verschieden. Die Leistungsfähigkeit ist
9ei den verschiedenen Völkerschaften sehr ungleich und . verändert sich
auch im Laufe der Zeit sehr erheblich. Sie ist selbst erst durch die
Leistung zu bestimmen, man bewegt sich in einem circulus vitiosus.
Es ist auch das Getreide als Preismaß vorgeschlagen worden,
loch ist der Wert desselben je nach dem Ernteausfall außerordentlich
verschieden. Für kürzere Perioden ist das Getreide daher als solches
ınbrauchbar. In den verschiedenen Zeiten und Ländern ist ferner
vald die eine, bald die andere Frucht als die Hauptnahrung höher geschätzt.
Im Mittelalter war Hafer ein sehr ausgebreitetes menschliches
Nahrungsmittel. Er wurde allmählich durch Roggen verdrängt, der in
dem größten Teile Deutschlands jetzt das hauptsächlichste Brotgetreide
bildet, Derselbe ist während der letzten Jahrhunderte in England,
Frankreich, in den Rheingegenden allmählich und jetzt völlig durch
Weizen ersetzt, während in Italien die Maisnahrung überwiegt. Es ist
Jleshalb nicht überall dasselbe Getreide als Wertmaß zur Anwendung
zu bringen.
Die Kdelmetalle haben dagegen alle günstigen Eigenschaften, um
in einem gegebenen Momente als Preismaß zu dienen. Es geht aber
auch ihnen die Unveränderlichkeit des Preises ab. Gleiche Quantitäten
Edelmetall haben in verschiedenen Zeiten, wie auch in verschiedenen
Ländern zu gleicher Zeit eine ungleiche Kaufkraft. Zur Vergleichung
der Verhältnisse verschiedener Jahrhunderte wird daher das Edelmetall
nicht als Preismaß ausreichen. Es muß vielmehr dann das Getreide
als besserer, konstanterer Maßstab hinzugezogen werden. Um eine
tiefere Einsicht in den Geldwert zu erlangen, ist aber eine Untersuchung
des Preisniveaus der hauptsächlichsten Konsumartikel und
zwar derjenigen der verschiedenen (GGesellschaftsklassen erforderlich.
Zur Feststellung z. B. des Verhältnisses der Löhne vor dem
dreißigjährigen Kriege, nach demselben und in der Gegenwart wird
aus der Vergleichung des Wochenlohnes eines Schnitters, Maurers etc.
in der Münze jener Zeiten nicht viel zu ersehen sein. Man muß vor
Allem den Gehalt der Münzen an Edelmetall feststellen, der erheblich
gewechselt hat. Ist der Wochenlohn in Gold oder Silber gefunden,
so muß die Kaufkraft des Betrages untersucht werden, weil man
wissen muß, was konnte damals der Arbeiter sich mit dem Wochenlohn
verschaffen, wie konnte er damit im Vergleich zur Gegenwart
leben.‘ Näher wird man dem Ziele kommen, wenn man nach den Getreidepreisen.
der verschiedenen Zeiten berechnet, wie viel Brotgetreide