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Erste Entwickelung.
einflusst. Jedoch sind vereinzelte Versuche schon älteren Datums,
wie vor allen Dingen die Organisation des grossen Buchdruckerverbandes,
der einen Umfang erlangt hat, wie kaum ein anderer Arbeiterverein
auf deutschem Boden. Fast zu gleicher Zeit bemächtigten sich
der Idee die freisinnige politische Partei unter Max Hirsch und
Franz Dunker, wie die sozialdemokratische unter v. Schweitzer, um
Jurch die Bildung festorganisierter Vereine den Einfluss der Arbeiterzlasse
zu erhöhen. Leider geschah dies in erster Linie, um politische
Zwecke zu verfolgen, wenn dieselben auch in den Statuten nicht hervortraten.
Hauptsächlich machten sie es sich zur Aufgabe, Versicherungskassen
zu errichten und Bildungszwecke zu verfolgen. Damit
ging Hand in Hand die Unterstützung von Arbeitseinstellungen
and die Förderung der politischen Bewegung; die ersteren in fortschrittlicher
Richtung, die anderen in * suzialdemokratischer. Die
Letzteren verhielten sich zunächst völlig ablehnend der Schulze-Delitzschschen
Genossenschaftsbewegung gegenüber, indem sie von derselben eine
Beeinträchtigung ihrer politischen Agitation befürchteten, von der sie sich
allein einen wesentlichen Erfolg versprachen. Die Lehren Lassalles
vom ehernen Lohngesetz, später die Karl Marx’ auf Grund der
materialistischen Geschichtsauffassung liessen ihre Anhänger in dem
Zustande wirtschaftlicher Freiheit von der wirtschaftlichen Genossenschaftsbewegung
nichts erhoffen, weil dem herrschenden Kapitalismus
zegenüber die Arbeiterklasse machtlos sei. Nur durch die Erlangung der
politischen Macht glaubten sie überhaupt eine Besserung erreichen zu
können. Der Schwerpunkt wurde daher allein in die politische Agitation
gelegt, um eine Vermehrung der Wahlstimmen für die Volksvertretung
zu erlangen, nachdem für den Reichstag das allgemeine gleiche Stimmrecht
gewonnen war.
Dasselbe ist zu sagen von den, neben den Schweizerschen, bald
darauf gegründeten Marxistischen Vereinen, die sich in Gotha 1875 auf
der dort abgehaltenen Gewerkschaftskonferenz mit jenen vereinigten.
Das am 21. Oktober 1878 erlassene Sozialistengesetz brachte zunächst
eine völlige Stockung in die ganze Bewegung hinein, weil die ausführenden
Polizeiorgane ihre Massregeln nicht, wie es das Gesetz verlangte,
auf diejenigen Vereine beschränkten, welche „auf den Umsturz
der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtet“ waren,
sondern überhaupt alle Arbeitervereine im höchsten Masse bedrückten.
Wurden doch durch den Strikeerlass des Ministers von Puttkammer
vom 11. April 1886 Strikes als revolutionäre Bestrebungen bezeichnet,
die nach dem Sozialistengesetz zu behandeln seien; ein schlagender
Beleg von der unglaublichen Unkenntnis der höheren Regierungsorgane
über die modernen volkswirtschaftlichen Vorgänge, und der Rücksichtslosigkeit,
mit welcher man der Arbeiterklasse gegenübertrat. Zu diesen
beiden erwähnten Richtungen gesellte sich Anfang der achtziger Jahre
noch eine dritte Kategorie hinzu, die der christlich-sozialen oder einfach
christlichen Gewerkvereine, welche das politische Moment beiseite
liessen, dafür die religiöse Seite mit in ihr Programm aufnahmen, unter
denen die evangelischen Arbeitervereine insbesondere durch den Hofprediger
Stöcker ins Leben gerufen und gefördert wurden.
Al die bisher betrachteten Vereine unterschieden sich wesentlich
von den englischen dadurch, dass sie sich nicht die unmittelbarer