Litteratur und Begriff der Unternehmung. 413
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138. Begriff der Unternehmung. Ihre Ausgangspunkte: Handel,
Arbeitsgenossenschaft, Familie. Die Ausbisdung der landwirt—
schaftlichen Unternehmung. Während die Familien und die Gebietskörperschaften
überall mit der Seßhaftigkeit zunächst als die socialen Organe erscheinen, welche die
wesentlich wirtschaftlichen Funktionen vollziehen, entstehen nach und nach mit der Geld—
wirtschaft, der steigenden Arbeitsteilung und Klassenbildung, dem Verkehr- und Markt—
wesen diejenigen socialen Organe, welche heute die eigentlichen Träger des Handels und
der Produktion sind, die Unternehmungen, die wirtschaftlichen Geschäfte.
Wo einzelne Personen, Familien oder kollektive Perfönlichkeiten in irgend welcher
dauernden, durch Sitte und Recht normierten Form beginnen, regelmäßig Leistungen
oder Warenlieferungen für den Markt zu übernehmen, Arbeit und Kapital mit der
Absicht einsetzen und verwenden, um durch Kauf und Verkauf einen Gewinn zu machen,
davon zu leben, mindestens sich den Aufwand ersetzen zu lassen, da sprechen wir von
einer Unternehmung. Es handelt sich bei der Unternehmung stets um ein doppeltes:
1. um die technisch-persönliche Organisation, die Beschaffung der Räume, der Mittel,
der Perfonen und ihre Ineinanderpassung, und 2. um die Verkehrsseite, den Ein- und
Verkauf, den Zusammenhang mit dem Markt und der übrigen Gesellschaft. Wirken
mehrere Personen zusammen, so müssen sie als Familienglieder, Genossen, Arbeitgeber
und Arbeiter, kurz irgendwie rechtlich in ihrem Verhältnis zu einander, in Bezug auf
Leistung, Bezahlung, Teilung des Ertrages geordnet sein. Der die Initiative Ergreifende,
privatrechtlich die Gefahr Tragende ist der Unternehmer; er ist der Mittelpunkt und
Leiter der Unternehmung, die aber als ein zusammengeordnetes System von Produktions⸗
mitteln und Arbeitskräften durch ihren dauernden Zweck, d. h. durch die Übernahme