Full text: Vorschule der Volkswirthschaft

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nun in der Form von Lohn, Miethe, Pacht oder Sins erscheinen, 
nach einer Seite hin, d. h. in Bezug auf die Höhe des Capital. 
gewinnes, gestört. Eine solche Störung aber, ein solcher Eingriff 
in die Volkswirthschaft bringt die größten Nachtheile mit sich. Jedes 
Volk ist desto glücklicher, je freier die Bürger in ihren Erwerbs. 
mitteln sich bewegen dürfen, je weniger die Regierung glaubt, durch 
beschränkende Bestimmungen das allgemeine Wohlergehen erzielen 
oder befördern zu können. Es ist eine ganz unmögliche Aufgabe 
des Staates, die Nahrungsverhältnisse des Volkes durch Gesetze so 
zu ordnen, daß im Ganzen Jedermann seinen ordentlichen Unter— 
halt habe, und die Beschränkungen, welche die Staatsgewalt den 
Bürgern hinsichtlich der Benutzung der ihnen durch ihre geistigen 
oder körperlichen Kräfte, Capitalien ꝛc. dargebotenen Erwerbsmittel 
in der Absicht auferlegt, um andere Bürger in ihrem Nahrungs- 
zweige zu schützen, hat regelmäßig nur die Wirkung, daß eine 
Menge Erwerbskräfte des Volkes todtgelegt oder auf falschen Weg 
geleitet werden, daß der Trieb zu Verbesserungen hintangehalten 
und der Geist des Schlendrians genährt wird, daß die gegen die 
freie Konkurrenz Geschützten das Publikum schlecht bedienen, und 
endlich, daß ein Volk, welches unter diesen Fesseln leidet, von dem 
indern, welches die freie Bewegung hat, überflügelt wird und in 
den wechselseitigen Verkehrsbeziehungen mit demselben mehr die 
passive Rolle spielen muß. Es ist ein großes Unrecht, Jemanden 
an dem Gebrauche der ihm durch die Vorsehung verliehenen Kräfte, 
um sich und die Seinigen auf ehrliche Weise zu ernähren, zu ber— 
jindern, wenn es nicht das Gemeinwohl gebieterisch fordert, und 
ob das Gemeinwohl eine solche Aufopferung der Einzelnen wirklich 
erheische, darüber bleiben die, welche die natürliche Freiheit der 
Bürger aus Rücksichten des Gemeinwohles einschränken wollen. den 
Beweis schuldig. 
Die Höhe des Sinses richtet sich der Natur der Sache 
nach 1) nach dem Verhältniß von Angebot und Nachfrage, 2) 
nach der größeren oder geringeren Sicherheit oder Bequemlichkeit 
der Anlage des Capitals. Ist viel Capital da, die Nachfrage aber 
gering, so ist der Zins niedrig; ist das Angebot von Capital ge— 
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