Full text: Vorschule der Volkswirthschaft

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Rücksicht auf die Freiheit und Leichtigkeit des Erwerbes von Grund 
und Boden auch in kleinen, von Jedem zu bezahlenden Stücken, 
und auf die Bequemlichkeit, da und dort Ergänzungen und Ver— 
mehrnugen schon vorhandenen Besitzes durch anliegende Ländereien 
vornehmen zu können — sondern der große Nachtheil dieser Einrichtung 
liegt darin, daß sie eine Uebervölkerung mit allen ihren furchtbaren 
Folgen herbeiführt. Jeder Vater theilt das für ihn noch kaum hin. 
— D 
schaft reicht zur Erwerbung einiger Stücken Feldes hin, und so ent— 
steht eine Unzahl von Familien, deren einzige Beschäftigung die 
Landwirthschaft ist, die eben nur durch gartenmäßige Cultur und 
in guten Jahren das Nothwendige zu erwerben im Stande sind 
und selbst zu Lohnarbeiten nur selten Gelegenheit finden, weil ihre 
Nachbarn mehr als im Stande sind, ihren eigenen geringen Besitz 
selbst zu bearbeiten. Ist in solchem Zustande schon in günstigen 
Zeiten vou keinem Wohlstande und keinem Lebensgenuß mehr die 
Rede, geht schon jetzt die Bildung und am Ende auch die Sittlich- 
keit zu Grunde, um wie viel furchtbarer ist daun die Lage dieser 
kleinen Landwirthe in ungünstigen Jahren, bei Kriegen ꝛc.! Allge. 
meine Armuth, Unzufriedenheit und Verbrechen nehmen überhand, 
und da den Unglücklichen aller Credit fehlt, so ist ihnen selbst die 
Hoffnung einer künftigen Verbesserung ihres Zustandes genommen. 
Nach ihrem Untergang setzt sich ein Nachbar auf das sub hasta 
erkaufte Gütchen, um demselben Loose entgegen zu gehen. Was bei 
zu weit getriebener Fabrikation die Massen eigenthumsloser Arbeiter 
sind, das sind in Ländern von unendlich theilbarem und unendlich 
getheiltem Grundbesitz die Landleute. 
Und Ancillon sagt: „Man hüte sich, das Grundeigenthum 
durch eine bewegliche Gesetzgebung zu sehr zu mobilisiren und aus 
einer Hand leicht in die andere zu bringen.“ 
Auch Koppe spricht sich in dem Grenzboten entschieden gegen 
zine unbeschränkte Dismembrationsfreiheit aus, wenn er sagt: „Einst 
war es Mode unter den Dichtern, das idhllische Glück in ein be— 
scheidenes Häuschen mit einem Strohdach zu versetzen, dessen Be⸗. 
wohner sich zärtlich lieben, mit einander treulich den Kohl und die
	        
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