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schaften ausserordentlich oft geschehen.!) So ruht das Dogma,
das aus dem internationalen Privatrecht durch eine kleine Wortverschiebung
ein „privates Internationalrecht‘“ (private international
law, droit international prive) macht?) und es dem Völkerrecht,
dem „öffentlichen Internationalrecht“ (publie international law, droit
international publie) als Kind der gleichen Mutter gegenüberstellt,
nicht immer, aber vielfach auf jener, wenn ich so sagen
darf, monistischen Quellentheorie. Internationales Privatrecht in
diesem Sinne ist dann alles internationale Recht, das nicht rein
auf die Beziehungen zwischen Staat und Staat als solchen Bezug hat,
and so erklärt sich auch die vielfach geschehene, auf den ersten Blick
besonders uns Deutschen so seltsame Einfügung alles sogenannten
internationalen Strafrechts in den Rahmen des internationalen
Privadtrechts. ®)
1) S. oben S. 23f. An dieser Stelle wird klar, warum die alte und neue
Naturrechtsschule vorwiegend das Völkerrecht auch als Recht für und
zwischen Individuen auffasst. Denn.wenn es überhaupt ein unabhängig vom
menschlichen Willen entstehendes und bestehendes, aus der „Natur“ fliessendes
Recht giebt, dann muss dies selbstverständlich alle denkbaren menschlichen
Beziehungen beherrschen. Die Ausführungen bei Bluntschli,
Völkerrecht, S. 59, 61, 68ff., auch S. 170, bei v. Mohl, Staatsrecht, Völkerrecht
und Politik. I Tübingen 1860. S. 586, 620ff., Lorimer, Institutes of
the Law of Nations. I Edinburgh u. London 1883 p. 5u. ö., Fiore, Diritto
internazionale I p. 167 e seg., p. 436 e seg. u. Anderen erklären sich nur
aus dem naturrechtlichen Gedankenkreise, in dem diese Schriftsteller befangen
sind.
2) Ich meine das nicht im Sinne einer zeitlichen Aufeinanderfolge der
:;ermini; bekanntlich ist der deutsche Ausdruck „internationales Privatzecht“
jünger als die fremdländischen Bezeichnungen droit international
prive u. 8. w.
3) Foelix, Traite du droit international prive. 4. ed. par Demangeat.
[ Paris 1566. p. 1 et suiv.; v. Mohl, Geschichte u, Litteratur d, Staatswiss.
[ Erlangen 1855. S. 450; v. Bar, Theorie u. Praxis d. internat. Privatrechts,
2. Aufl, I S. IX; Lehrbuch d, internat. Privat- u. Strafrechts. Stuttg. 1892.
3. 3f.; v. Neumann, Grundriss d. Völkerrechts. 3. Aufl. S. 30; Westlake,
Lehrbuch d. internat. Privatrechts. Deutsche Ausg. von v. Holtzendorff,
Berlin 1884, S. 6; Brocher, Cours de droit infernational prive. Paris u.
Genf I 1882. p. 21 et suiv.; III 1885 p. 237 et suiv.; Laine, Introduction
au droit international prive. I Paris 1888. p. 11 et suiv.; Weiss, Traite 6lementaire
de droit international prive. 2, ed, Paris 1890. Introd. p. 34 et suiv.
Dagegen s. v. Rohland, Intern. Strafrecht. I Leipzig 1877. 8. 2.; Binding,
Handbuch d. Strafrechts I S. 372, Note 5; Asser, Intern. Privatrecht. Bearb.
7. M. Cohn. Berlin 1880. S. 2: Surville et Arthuys, Cours 6lementaire de