Full text : Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

Kapitel  III.  Der  Marxismus.

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sie  selbst  sieh  aus 1 )),  die  er  gespielt  hat,  unendlich  dankbar,  wie  auch
dafür,  daß  er  das  Nest  so  gut  hergerichtet  hat,  in  dem  der  Kollektivismus
sich,  fast  ohne  etwas  daran  ändern  zu  müssen,  wird  einrichten  können.
Jedoch  erheben  die  Marxisten  gegen  eben  diese  Ökonomisten  der
klassischen  Schule  eine  große  Anklage.  Sie  werfen  ihnen  vor,  nicht  erkannt
zu  haben  —  offenbar,  weil  sie  in  ihrer  Eigenschaft  als  Konservative  und
Bourgeois  Interesse  daran  hatten,  es  nicht  zu  sehen,  —  wie  relativ  und  vorübergehend ­
  der  Charakter  der  sozialen  Ordnung,  die  sie  studierten,  sei.
Glaubten  und  lehrten  doch  diese  Nationalökonomen  z.  B.,  daß  das  Eigentum ­
  und  das  Lohnsystem  endgültige  Einrichtungen  wären!  Sie  haben  sich
eingebildet,  daß  die  Welt  für  immer  in  dem  jetzigen,  dem  bürgerlichen
Zustande  bleiben  würde  und  haben  sich  gegen  die  Erkenntnis  verschlossen,
üaß  er  nur  eine  „historische  Kategorie“  sei,  die  vergehen  wird,  wie  die
anderen 2 ).
b)  Von  den  früheren  sozialistischen  Schulen  unterscheidet  sich  der
Marxismus  dadurch,  daß  er  jeden  ideologischen  Gedanken  an  Gerechtigkeit ­
  und  Brüderlichkeit  absichtlich  ausschaltet,  die  einen  so  großen  Platz
m  der  französischen  sozialistischen  Bewegung  eingenommen  hatten.  Es
handelt  sich  nicht  darum,  zu  wissen,  was  am  gerechtesten  sein  wird,
sondern  einfach  um  die  Kenntnis  dessen,  was  sein  wird.  —  „Die  theoretischen ­
  Sätze  der  Kommunisten  beruhen  keineswegs  auf  Ideen,  ...  sie
sind  nur  allgemeine  Ausdrücke  tatsächlicher,  gegebener  Verhältnisse 3 ).“
Und  nicht  nur  im  Bereich  der  Volkswirtschaft  legen  sie  den  Tatsachen ­
  eine  so  überwiegende  Bedeutung  bei:  das  Gleiche  gilt  für  sie  auch
Zur  Erklärung  aller  sozialen  Beziehungen,  sogar  derjenigen,  die  sozusagen
^on  erster  Ordnung  sind,  der  Politik,  der  Literatur,  der  Kunst,  der  Moral,
üer  Religion.  Alle  lassen  sich  durch  Tatsachen  des  Wirtschaftslebens
er klären:  zunächst  durch  die,  die  mit  der  Produktion  in  Beziehung  stehen,
^d  unter  diesen  wieder  im  Besonderen  durch  die,  die  die  technischen
Bistrumente  und  ihre  In-Betriebsetzung  betreffen.  So  erklärt  z.  B.  die
Technik  der  Brotbereitung  und  innerhalb  derselben  wieder  die  Stufenr
 eihe  der  Formen  von  der  Handmühle  des  Altertums  über  die  Wasserl

 )  „So  hat  der  Kapitalismus  die  Fragen  gelöst,  für  die  die  Utopisten  umsonst
■Vollständig  eitle  Lösungen  suchten;  so  hat  er  Bedingungen  geschaffen,  die  den  Übergang ­
  zu  einer  neuen  sozialen  Form  gestatten  werden:  der  Sozialismus  braucht  weder
neue  wissenschaftliche  Werkzeuge  zu  erfinden,  noch  die  Menschen  ihren  Gebrauch
zu  lehren“  usw.  (Sorel,  Döcomposition  du  marxisme,  S.  41).
T  2 )  Für  die  Volkswirtschaftler  „sind  die  Institutionen  des  Feudalismus  künstliche
Institutionen,  die  der  Bourgoisie  natürliche.  Somit  sind  die  Verhältnisse  (die  der
bürgerlichen  Produktion)  selbst  von  dem  Einflüsse  der  Zeit  unabhängige  Naturgesetze.
Es  sind  ewige  Gesetze  welche  stets  die  Gesellschaft  zu  regieren  haben.  Somit  hat
® s  eine  Geschichte  gegeben,  aber  es  gibt  keine  mehr“  (Marx,  Misere  de
la  Philosophie,  deutsch  von  Ed.  Bernstein  und  K.  Kaittsky,  Elend  der  Philosophie
Stuttgart  1885,  ’s.  115).
3 )  Kommunistisches  Manifest,  S.  18.

Gide  und  Rist,  Gesch.  d.  Volkswirtschaft!.  Lehrmeinungen.  2.  Aufl.

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