Metadata: Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

und ostoberschlesischen Werke getätigt wird. Diese Schrottlieferungen 
nach Ostoberschlesien kamen nach der Güterverkehrsstatistik im Jahre 
1925 überwiegend aus Ober- und Niederschlesien, Berlin, Brandenburg 
und den Ostseehäfen. Die Schrottversorgung Polnisch-Oberschlesiens 
ist außerdem durch die niedrigen Tarife erheblich erleichtert worden, die 
die polnische Eisenbahnverwaltung in der Richtung Danzig—Kattowitz 
erstellt hat. Offenbar hat die Deutsche Reichsbahn im Wettbewerb zu 
diesen polnischen Tarifen sehr niedrige Durchfuhrtarife für Schrott ab 
Stettin gewährt. Die Fracht von Danzig bis nach Oberschlesien beträgt 
auf den polnischen Bahnen ungefähr nur 5,80 RM. und die Fracht auf 
den deutschen Bahnen von Stettin im Durchgangsverkehr nach Polen 
auf Grund des ermäßigten Satzes nur 8 RM. statt 16 RM. nach. dem 
Normaltarif. Hierdurch ist Polen in der Lage, Schrott außerordentlich 
billig an sich zu ziehen. Im Jahre 1925 kam die gesamte polnische 
Schrotteinfuhr in Höhe von 163 000 t bis auf 6000 t nur aus Deutsch- 
land. Im Jahre 1926 sind 169000 t nach Polen (Polnisch-Ober- 
schlesien) aus Deutschland ausgeführt worden. 
Legen die tschechischen und polnischen Werke für ihre Schrott- 
bezüge aus Deutschland eine Fracht von etwa 10 RM. an, dann können 
sie in ‚einem Umkreise von 200 bis 300 km den Schrott aus ganz 
Schlesien, der Provinz Sachsen, dem Land Sachsen, aus Brandenburg, 
Thüringen und dem größten Teil von Bayern aufsaugen. In dieser 
Gefahrzone liegen nicht nur alle oberschlesischen, sondern auch die 
sächsischen und mitteldeutschen sowie die bayerischen Siemens-Martin- 
Betriebe. 
Außer der Tschechoslowakei und Polen tritt Italien ständig als 
Schrottbezieher auf. Es bevorzugt in erster Linie die Schrottentfall- 
gebiete in Süddeutschland bis zur Mainlinie. Das war in der Vorkriegs- 
zeit und in der Nachkriegszeit der Fall. Bei günstigen Seefrachtver- 
hältnissen kann Italien aber auch aus den deutschen Nordseehäfen und 
den deutschen Rheinhäfen Schrott beziehen. Im Jahre 1925 hatte Italien 
eine Schrotteinfuhr von 958 000 t. Davon kamen nach der italienischen 
Statistik aus . 
Deutschland . .........0400.0- 
Argentinien .......0.0.0000004 
U.S. A..... Sa .. 
Frankreich .....0.0.0000004 4 
England .....000000000004 
Britisch-Indien und Ceylon .... 
Schweiz. ..0.0000000000 004 
anderen Ländern ......-. +. 
Im Jahre 1926 sind 174 000 t Schrott allein aus Deutschland nach 
Italien ausgeführt worden, also viermal soviel wie 1925. 
Die Abgabe von Schrott an die Tschechei, Polen und Italien wirkt 
preisverteuernd. Würde in Deutschland Ausfuhrfreiheit, für Schrott 
bestehen, dann müßte mit einer erheblichen Verteuerung des Schrotts, 
besonders für Mittel- und Ostdeutschland, gerechnet werden. Schon 
jetzt, Anfang 1927, sind wegen des Wettbewerbs der polnischen und 
tschechischen Schrottverbraucher auf dem deutschen- Schrottmarkt 
Mitteldeutschland und Oberschlesien gezwungen. ausländischen Schrott 
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