Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Die Spätromantik. 
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Von Gärten, die überm Gestein 
In dämmernden Lauben verwildern, 
Palästen im Mondenschein, 
Wo die Mädchen am Fenster lauschen, 
Wann der Lauten Klang erwacht, 
Und die Brunnen verschlafen rauschen 
In der prächtigen Sommernacht. 
Bei Uhland ist dann eine verwandte Stelle schon weit 
konkreter gestimmt; und neben die Naturpoesie tritt weit über— 
ragend als Inhalt der Dichtung das Menschenleben, treten 
Liebe, Treue und Vaterland: I 
Sie singen von Lenz und Liebe, 
Von sel'ger goldner Zeit, 
Von Freiheit, Männerwürde, 
Von Treu und Heiligkeit. 
Sie singen von allem Süßen, 
Was Menschenbrust durchbebt 
Sie singen von allem Hohen. 
Was Menschenherz erhebt. 
Und manche Stelle späterer Zeit ließe sich anführen, die 
neben der Menschenwelt der Gegenwart auch noch die der 
Vergangenheit als das Reich der Dichtung rühmt: und nicht 
mehr in der verschwommenen Weise der Empfindsamkeit oder 
auch noch der ersten Romantik, sondern konkret, an Ort und 
Zeit gebunden, und mahnend zu reicherem Sinne und härte⸗ 
rem Tatendrang: wohl soll auch da noch des Lebens Muse 
frei einher wallen, aber nicht mehr, um im Vergangenen zu 
versinken, sondern in Heldenträumen befangen einer größeren 
Zukunft. 
Es war eine Wendung, die von Anbeginn auch einen anderen 
Begriff des Volkstümlichen bedingte als bisher. Der früh⸗ 
romantische Begriff hatte immer noch etwas Gemachtes gehabt; 
das Nationale, noch mehr das eigentlich Volkstümliche war 
Gegenstand eines besonderen Interesses, war beinahe kuriös, 
im französischen Sinne dieses Wortes, gewesen. Jetzt wurde 
das Volkstümliche einfach volksgemäß; es wurde zu etwas 
Selbstverständlichem, dessen Gefühl und Empfindung sich der 
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