Full text: Finanzen und Steuern im In- und Ausland

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spätung erscheinen, wurde, soweit die Staatsausgaben in Frage kommen, von den Re- 
gierungsvoranschlägen ausgegangen. Dem Mangel, der in dem vorläufigen Charakter der 
darin enthaltenen Ausgabeziffern begründet liegt, steht der hier ausschlaggebende Vorteil 
ainer weitgehenden Spezifizierung gegenüber. Zudem ist es an Hand der Voranschläge 
möglich, die Untersuchung zeitlich ziemlich nahe an die Gegenwart heranzubringen. 
Die auf Grund von Parlamentsbeschlüssen an den ursprünglichen Regierungsvor- 
anschlägen. vorgenommenen Änderungen konnten mangels geeigneter Unterlagen nicht 
berücksichtigt werden, jedoch sind die ursprünglichen Voranschläge, soweit das vor- 
handene Material es zuließ, durch etwaige Nachtragsetats ergänzt worden. In dem Be- 
streben, ohne Rücksicht auf die organisatorischen Besonderheiten der einzelnen Länder 
sämtliche öffentlichen Ausgaben zu erfassen, wurden außerdem etwa bestehende Sonder- 
etats, Fonds usw. mitberücksichtigt. 
Für je ein Rechnungsjahr der Vorkriegs- und Nachkriegszeit (1912/13 bzw. 1913/14 
bzw. 1914 und 1925 bzw. 1925/26) wurden die Ergebnisse einer Aufarbeitung der Staats- 
voranschläge bereits in Nr.2 der Einzelschriften zur Statistik des Deutschen Reichs: 
„Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und 
Nachkriegszeit« veröffentlicht. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind hier nach erneu- 
ter Überarbeitung sowie möglichst unter Berücksichtigung inzwischen verfügbar gewor- 
denen neueren Materials übernommen worden. 
Hinsichtlich der Ausgaben der nachgeordneten öffentlichen Kör- 
perschaften, insbesondere der Gemeinden, konnten aus naheliegenden praktischen 
Gründen die einzelnen Voranschläge nicht herangezogen werden. Es mußte vielmehr von 
den Kommunalfinanzstatistiken der einzelnen Länder ausgegangen werden, deren inter- 
nationale Vergleichbarkeit besonders dadurch erschwert wird, daß über die ihnen in den 
einzelnen Ländern zugrunde liegenden Methoden und deren Durchführung nichts Näheres 
bekannt ist. Soweit diese Statistiken eine ausreichende Spezifizierung aufweisen, wurde 
trotzdem versucht, ihre Ergebnisse, die teilweise durch vorsichtige Schätzungen ergänzt 
werden mußten, in das der Aufarbeitung zugrunde gelegte Schema einzuordnen. 
Auf eine Darstellung der Durchführung der Aufarbeitung in ihren Einzelheiten muß 
hier aus Raumgründen verzichtet werden. Es sei lediglich erwähnt, daß, soweit die zU- 
grunde gelegten Quellen es zuließen, Verrechnungsposten, die eine Aufblähung der Haus- 
halte bedeuten, ausgeschaltet wurden, so daß Doppelzählungen im Rahmen des Möglichen 
vermieden wurden. 
Die Ergebnisse der Aufarbeitung wurden für die bearbeiteten Nach- 
kriegsjahre in »Mark-Vorkriegskaufkraft« umgerechnet, um sie auf einen ein- 
heitlichen Wertausdruck zu bringen. Die Umrechnung erfolgte nach dem Durchschnitt 
zwischen Lebenshaltungs- und Großhandelsindex, mit dem etwa bei der Aufstellung der 
einzelnen Haushaltsvoranschläge zu rechnen war!). Demnach wurden der Umrechnung 
folgende Indices zugrunde gelegt: 
Großbritannien .....0.0.001004 
Frankreich ... 
Belgien ..... 
Ytalien .. 
1925 1928 
(1925/26) (1928/29) 
170 153 
450 568 
530 828 
500 4792 
Auch nach dieser Umrechnung ist ein internationaler Vergleich noch nicht ohne jeden 
Vorbehalt möglich, da die angewandten Indices für die einzelnen Länder nach verschie“ 
denen Grundsätzen aufgestellt werden. Bessere Hilfsmittel zur Anlegung eines einheit- 
lichen Maßstabes an die Aufarbeitungsergebnisse stehen indessen nicht zur Verfügung- 
Die in »Mark-Vorkriegskaufkraft« ausgedrückten Ergebnisse der Aufarbeitung wurden 
zu der jeweiligen Bevölkerungsziffer in Beziehung gesetzt. 
vr. 3) Val hiorzu auch: »Die Staatsausgaben von Großhritannien, Frankreich, Belgien und Italien« (Binzelschrift 
TI 4 n
	        
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