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Bildende Kunst.
in dem schon jetzt häufiger anklingenden Motiv des Dorf—
geigers oder des Pflügers und des Sämanns, und so nicht
am wenigsten in der Landschaft. Denn in ihr zunächst, und
allenfalls noch im Bildnis, liegt in dieser frühesten Zeit seine
Stärke. Dabei ist er im Landschaftlichen vor allem im
Schwarzwald, am Oberrhein und am Main — kurz in seiner
Heimat und in Gebieten, die dieser Heimat verwandt sind, zu
Hause; und besonders haben es ihm wiederum Berg und Thal und
Fluß dieser Mittelgebirgslandschaften angethan. Da malt er mit
Vorliebe deren langhinstreichende Züge, teils aus einem Winkel
des Thals, teils von beherrschender Höhe aus; aber auch stille
Plätzchen im Garten, am Bach, auf der Wiese behagen ihm.
Und all diese Landschaften sind Frühlingslandschaften oder solche
noch kornbewegten Sommers; der Herbst ist selten, und den
Winter kennt Thoma fast nicht: denn den hat er während
seiner Lehrjahre nicht auf dem Lande beobachtet.
Aber allmählich wendet sich seine Phantasie. Leise, leise
kann man die Übergänge in der Landschaft verfolgen. Es sind
noch die blumigen Wiesen von ehedem und die einsamen Wald—
weiden, die Winkel im schweigenden Tann und die lauschigen
Eckchen am Bach; aber die Menschen werden auf ihnen allmählich
bedeutsamer. Sie spielen, sie lustwandeln, sie brechen Blumen:
sie beginnen auszusprechen, was die Natur sie empfinden läßt.
Es ist noch nicht das Figurenbild; am allerwenigsten sind die
Gestalten schon reliefmäßig behandelt und die Landschaft zum
Hintergrund gemacht. Aber Mensch und Natur sind nicht
bloß gleichsinnig, sondern auch schon gleichwertig nebeneinander
gestellt. Dementsprechend wird die Landschaft doch mehr Dol—
metsch von Stimmungen und deshalb vereinfacht; ein breiter
Pinsel streicht lange Berghalden hin und blanke Wasser—
spiegel, der Vordergrund wird im großen Zug gehalten: das
Ganze geht etwas nach dem Panorama zu und beginnt
monumental zu werden. Und das unbeschadet aller Innigkeit
und Gemütstiefe, — fern bleibt alles eigentlich architektonische
Empfinden, sogar die italienischen Landschaften dieser Zeit
haben es nicht.