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Bildende Kunst.
nicht ganz einheitlich; wo, etwas gegen das Prinzip der bloßen
Reihung, die Figuren überschneiden, gehen sie noch nicht recht
voneinander los. Die „pPietaà“ ist viel gleichmäßiger durch—
gearbeitet und von größter Feinheit der Lichtwerte, doch versagt
der Himmel mit seinen gelblich-rosa⸗-blau-grünen Tönen. Am
höchsten steht „Christus im Olymp“, auch inhaltlich ein Ge—
mälde, das dem Stoffe im großen Sinne und ergreifend ge—
recht wird.
Den Künstler aber hatte es während der Jahre, die diesen
Werken angehörten, immer unwiderstehlicher zu der Technik
gezogen, auf die ihn doch schließlich alles hinführte, zur
Plastik.
Allerdings war er damals in bildnerischen Versuchen nicht
mehr Neuling; ja er hatte schon Bedeutendes zu schaffen be—
gonnen: die Anfänge der „Salome“ führen noch in den Pariser
Aufenthalt, der erste Entwurf zum „Beethoven“ stammt aus
dem Jahre 1887. Aber diese Werke, deren eines auch heute noch
nicht völlig abgeschlossen ist, tragen oder trugen doch wenigstens
noch etwas vom Charakter des Malerischen; ja bei der Kon—
zeption der „Salome“ kann man an Einflüsse der Radierung
denken: oder sind die am Fuße der Halbfigur angebrachten
Köpfe eines verzweifelnden, zu Grunde gerichteten Jünglings
und eines lüstern aufblickenden Alten wirklich künstlerische
Empfängnisse eines Bildners? Und weiter wurde in den An—
fängen dieser Zeit die Frage nach der Farbigkeit der Plastik,
wie die erste Bearbeitung des „Beethoven“ zeigt, zu sehr im
malerischen Sinne gelöst. Später hat dann Klinger eine viel
diskretere Farbigkeit des Bildwerks bevorzugt, wie sie namentlich
die Arbeit in buntem Gestein ermöglicht, und er hat diese Be—
vorzugung mit dem Ideal eines durchweg und seiner Natur
nach farbigen architektonischen Gesamtkunstwerks in Verbindung
gebracht. Vor allem aber entspricht es diesem im Grunde noch
malerischen und innerhalb der Malerei wieder idealistischen
Zuge, daß die ersten plastischen Werke noch einen bestimmten
inhaltlichen Charakter zeigen: gewisse Stimmungen, gewisse
seelische Haltungen sollen zum Ausdruck gelangen. So ist die