Dichtung.
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mit „Lienhard und Gertrud“ und Zschokke mit dem „Goldmacher⸗
dorf“ gewesen; schon bei ihnen war die bäuerliche, die ländliche
Umgebung bevorzugt; ihnen schließt Bitzius sich an. Aber gerade
in diesem Rahmen war es möglich, rein realistisch, nur den
Dingen zugewandt, litterarisch traditionslos zu schaffen. Und
da hat denn der Realismus des schweizerischen Pfarrherrn
schon manches, ja vieles vom Impressionismus an sich: seine
absolute Wahrhaftigkeit läßt ihn vor allem das Menschenherz,
doch auch die Natur in feineren Regungen als den bisher be—
kannten beobachten; dementsprechend erschließen sich ihm auch neue
Stoffe zumeist des Häßlichen, und die Komposition wird unter
der Wucht der andringenden Gegenständlichkeit der Welt ver—
nachlässigt. Bitzius ist dem Keime nach der erste Impressionist.
Aber so rasch und geraden Wegs wie er ist die deutsche
Litteratur neben und nach ihm nicht zum Impressionismus
fortgeschritten. Er hatte gleichsam jenseits der Grenzen der
Überlieferung geschaffen. Diejenigen Dichter aber, die neben
und nach ihm vor allem stärkeren Wirklichkeitssinn verrieten,
schufen doch innerhalb dieser Grenzen: und so wurden sie, wie
man zu sagen pflegt, fortgeschrittene Realisten, und ihr Wesen
zehört nur teilweis der neuen Zeit, zumeist dagegen der Kultur
der fünfziger bis siebziger Jahre an. Da ist, um nur einige der
Größesten zu nennen, zunächst Friedrich Hebbel (1813 — 63).
Seine „Maria Magdalena“ (1843) ließ, was unmittelbares Er⸗
fassen psychischer Wirklichkeit betrifft, den raschesten Fortschritt
zum Impressionismus oder wenigstens einen Ausbau der Ge—
fühlswelt erwarten, der erbarmungslos jeden Winkel des
großen Gebietes erhellte. Allein über dies Stück hinaus schritt
Hebbel im Naturalismus nicht fort; in seinen späteren Dramen
behandelte er selbst die feinsten Fäden bewußter Vorstellungen
und klaren Wollens nicht einmal unmittelbar anschaulich als
Zettel oder Einschlag des dramatisch-psychologischen Gewebes,
sondern schilderte sie gleichsaam nur wie den Gestalten aufgenäht
und angeklebt; die Persönlichkeiten wurden bewußt stilisiert,
und sie traten unter die Wirkungen einer so ausgesprochenen
Schicksalsidee, daß sie deren Wucht unterlagen. Da ist ferner