fullscreen : Die deutschen Getreidezölle

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das  Maß  von  Brotgetreide,  das  für  die  Familie  zur  Ernährung
notwendig  ist,  sie  sind  gezwungen,  zuzukaufen.  Nach  der
Betriebszählung  1907  sind  dies  2  585  217  Betriebe  mit  Ackerland. ­
  Die  größeren  Betriebe  von  2—5  ha  =  985  613  Betriebe
erzeugen  wohl  einige  Doppelzentner  Getreide  mehr,  als  die
Familie  zum  Lebensunterhalt  braucht,  sie  verfüttern  aber  meist
rationellerweise  diesen  kleinen  Überschuß  in  der  Viehwirtschaft.
Ihr  Geldgewinn  durch  erhöhten  Getreidepreis  ist  also  bestenfalls ­
  ein  ganz  geringer  und  wird  durch  die  allgemeine  Teuerung
des  lückenlosen  Zolltarif  es  mehr  wie  aufgehoben.  Auch  bei
den  mittleren  bäuerlichen  Betrieben  von  5—20  ha  (Anzahl
1  050  696  Betriebe)  ist  die  Menge  des  verkäuflichen  Getreides
verhältnismäßig  gering,  weil  außer  der  Familie  noch  mehrere
Arbeitskräfte  als  Brotesser  in  Betracht  kommen,  sie  beträgt
im  Durchschnitt  bei  einer  Ernte  von  45,3  Doppelzentnern  etwa
30  Doppelzentner.  (Normalgetreidebedarf  einer  Familie  etwa
10  Doppelzentner).  Bei  dieser  Betriebsgröße  beginnt  aber
schon  ein  direkter  Vorteil  von  den  Zöllen.  Ganz  erheblich
jedoch  steigt  der  Nutzen  durch  die  Brotgetreidezölle  bei
den  höheren  Betriebsklassen  20—100  ha  (Zahl  259  475  Betriebe)
und  mehr  als  100  ha  Fläche  =  23  262  Betriebe,  beim  großen
Grundbesitz.
Auch  das  Interesse  an  den  Zöllen  auf  Futtergetreide
ist  sehr  geteilt,  geringer  beim  Bauern,  größer
beim  Großgrundbesitzer.  Und  man  versteht  deshalb
auch,  warum  sich  die  führenden  agrarischen  Kreise  jeder
Herabsetzung  auch  der  Futtermittelzölle,  die  im  Interesse  der
Vieh  Wirtschaft  und  der  Fleischversorgung  des  Volkes  gelegen
wäre,  aufs  heftigste  wider  setzen.  Der  Bauer  verkauft  die  Futtergerste ­
  nur  in  sehr  geringen  Mengen;  er  verbraucht  sie  meist
m  der  eigenen  Wirtschaft.  Für  den  Verkauf  kommt  eigentlich
mir  der  Hafer  in  Betracht.  Wenn  man  das  Durchschnittsquantum ­
  an  Hafer,  mit  dem  der  Bauer  das  Pferd  füttert,  auf
            
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