Weltanschauung.
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noch Ideale der sittlichen Wiedergeburt und sozialistische, ja
vielleicht kommunistische Ziele dicht bei einander bestehen; es ist
ein demokratisches Gefühl, das seine menschheitlichen Erziehungs—
pläne durchweht, sehr fern dem Empfinden etwa, das Goethe
den Erziehungsgedanken der aristokratischen Geheimgesellschaft
seines „Wilhelm Meister“ eingab. Und wie leicht dachte sich
Gutzkow die Verwirklichung seiner Pläne! Die ganze liebens⸗
würdige Unbeholfenheit des bürgerlichen Denkens über öffent⸗
liche Dinge noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts durch⸗
scheint seine Worte mit schwacher Phosphorescenz.
Da war Richard Wagner mit seinen Regenerationsideen,
die wir schon kennen, bereits viel praktischer und jedenfalls
klarer, obwohl auch er schon in den vierziger Jahren den Ge—
danken der Wiedergeburt faßte, und obwohl auch ihn das
dunkle Ahnen einer höheren sittlich-religiössen Zukunft im
Grunde noch auf die Dresdener Revolutionsbarrikaden führen
konnte, ihn, den strammen Vertreter des Satzes, daß einer Herr
sein müsse und König! Später hat dann Wagner den
Wiedergeburtsgedanken in immer engere Verbindung mit seiner
Kunst gebracht, nichtd ohne Einfließen Schopenhauerscher Ge—
danken und nicht ohne demokratische Tendenz: bis ihm die
volle Überzeugung erwuchs, daß es möglich sei, durch ein volles
Erleben und Entfalten des Kunstwerkes der Zukunft eine
religiöse Reinigung und Erhöhung der Menschheit und damit
ein goldenes Zeitalter idealisierten Menschentums herbei—
zuführen.
Wagners Gedanken sind später von Heinrich von Stein,
dem Frühvollendeten (18371887), in die allgemeinere Form
gebracht worden, daß ästhetische Thätigkeit überhaupt als
intensiveres, intensivstes Leben eine Erweiterung der zeit—
genössischen Seele verbürge und hinaufführen müsse auch in
eine ungekannte sittliche Zukunft. Stein kam von dem opti—
mistischen Materialismus Dührings her und geriet als Haus—
lehrer Siegfried Wagners in die geistige Atmosphäre des
Vaͤters. Es ist klar, daß mit seinen Anschauungen im Grunde
der mit Otto Ludwig begonnene Prozeß abschließt; was Ludwig