1. Die treibenden Kräfte.
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tücher können bei allseitiger keilförmiger Verdickung der Preß-
platten Preßdeckel benützt werden, wodurch der Preßtuchver-
schleiß vermindert wird 11 ).“
Die Verteilung des Preßdruckes in den offenen Pressen
bringt es mit sich, daß die Ränder der Kuchen nur unvollkommen
ausgepreßt werden und daher eine verhältnismäßig großeMenge
Öl zurückhalten. Um dieses Öl nicht zu verlieren und auch die
rauhen Ränder der Kuchen abzuglätten, beschneidet man die
Preßkuchen an den Ecken und Rändern, zerkleinert die Abfälle
wieder und mischt sie im Wärmer unter frisches Saatgut, mit
dem sie dann nochmals ausgepreßt werden. Dies Beschneiden
geschah ursprünglich einfach mit der Hand mit starken Messern,
später benutzte man Apparate ähnlich unseren heutigen Brot
schneidemaschinen. Erst die Zeit nach 1870 brachte uns auch
hier größere Verbesserungen mit der Einführung von Kuchen
schneidemaschinen, bei denen eiin an Führungen sitzendes Messer
sich in dem Schlitz eines Tisches durch maschinelle Kraft hin
und her bewegt. Zwar wurde auch bei diesen Maschinen der
Preßkuchen noch durch Menschenhand gegen das Messer ge
drückt, immerhin aber war eine bedeutende Beschleunigung der
Arbeit erreicht. Neuerdings haben nun vollkommen maschinell
arbeitende Kuchenschneider in verschiedenen Ölmühlen Eingang
gefunden, bei denen das Beschneiden des Kuchens vollkommen
automatisch vor sich geht. Dadurch ist wieder eine menschliche
Arbeitskraft pro Kuchenschneider überflüssig geworden, wo
durch die Betriebskosten weiter verringert werden.
Was nun die durch alle diese Erfindungen bzw. Verbesse
rungen hervorgerufene Steigerung der Produktivität und Ver
minderung der Produktionskosten anbelangt, so wird darüber
in einem bekannten Fachblatt folgendes berichtet, wobei die
Vervollkommnungen der letzten 10 Jahre noch gar nicht be
rücksichtigt sind 12 ): „Die letzten Jahre haben in den Preß-
konstruktioner. große Umwandlungen gebracht, und, wenn man
heute noch alte Topf- oder Etagenpressen antrifft, auf denen Rüb-
oder Leinöl gepreßt wird, so straft sich dieser Konservatismus
selbst. Die neueren Modelle von Ölpressen leisten in gleicher Zeit
wenigstens das Doppelte und erfordern dabei höchstens ein Drittel
“) Hefter, 1. c. Bd. I, S. 314.
12 ) Vgl. „Seifensiederzeitung", Jahrg. 1899, Nr. 31.