Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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ALLGEMEINE \'ERHÄLTNISSE. — Sterblichkeit nach Gewerben 
vorliegen). So fand Moser (»Gesetze der Lebensdauer,« Berl. 183 
Königsberg, dass die mittlere Jahrestemperatur (-*- 6 ®) und die mi 
Sterblichkeit (1877 Todesfälle) auf die beiden Jahre 1818 und 25 tra 
die geringste Sterblichkeit (1638 Todesfälle) in dem wärmsten Ja 
1822 (Mitteltemperatur +7®), dagegen die grösste Sterblichkeit 
kältesten Jahre, 1826, vorkam, 
Sterblichkeit in den verschiedenen Ständen, namentlich den einzelnen 
Handwerken. Im vorigen Jahrhunderte glaubte man durch Herstellung 
allgemeiner Sterblichkeitstabellen das Höchste zu leisten. Indessen 
musste man sich allmählig überzeugen, dass ein grosser Unterschied in 
der Mortalität von Angehörigen der verschiedenen Stände besteht. 
Villermé [tableau de T état physique et moral des ouvriers) und Casper 
(»die wahrscheinliche Lebensdauer des Menschen,« Berlin 1835, dann 
in seiner Wochen- und Vierteljahrsschrift) waren es namentlich, welche 
diesen Zweig der Statistik förderten. Sonst befasste man sich meistens 
nur mit den s. g. gelehrten Ständen, den Geistlichen, Juristen, 
Aerzten und Lehrern, *) und verfuhr auch bei der blossen Berechnung 
meistens in einer nicht ganz richtigen Weise. Der Frankfurter Arzt de 
Neufville hat die Sterblichkeitsverhältnisse in den einzelnen 
Handwerken bei gehöriger Classification näher zu ermitteln gesucht 
(»Lebensdauer und Todesursachen 22 verschiedener Stände und Gewerbe, 
nebst vergleichender Statistik der christlichen und israelitischen Bevöl 
kerung Frankfurt’s. Frankfurt, 1 855.«). Das von de Neufville benutzte 
Material umfasste alle Sterbfälle in der Stadt Frankfurt während der 33 
Jahre von 1820—52: die Gesammtzahl dieser Todesfälle war 6867. 
Darunter befanden sich 1782 , bei denen speciell die Art der Krankheit 
angegeben war. Er fand als mittleres Alter der zu Frankfurt Gestorbe 
nen , bei den 
Weissbindern, Malern, 
Lakirern .... 
Schuhmachern , . . 
Buchdruckern . . . 
Schreinern .... 
Schlossern u. Schmieden 
Jkhneidern .... 
Steinmetzen und Bild 
hauern 
Schriftsetzern, Schrift- 
und Zinngiessern 
Lithographen u.Kupfer 
stechern 
Jahre Monate 
Jahre Monate 
Geistlichen . . . . 65 11 
l^ehrern, Gärtnern und 
Metzgern .... 56 10 
Kaufieuten .... 56 9 
Gerbern 56 7 
Fischern und Schiffern 55 9 
Juristen und Camera 
listen . ... 54 3 
Aerzten u. Wundärzten 
1. Classe .... 52 3 
Bäckern 51 6 
Bierbrauern .... 50 6 
Zimmerleuten ... 49 2 
Maurern 48 8 
Indess ist diese Liste nur mit Vorsicht zu gebrauchen, da sich die 
freie Stadt Frankfurt in sehr exceptionellen Verhältnissen befindet.**) Es 
47 
47 
47 
46 
46 
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43 
41 
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6 
3 
4 
3 
4 
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*) Dies geschieht auch in der sonst sehr schätzbaren Schrift von Esche- 
rich : »Hygienisch-statist. Studien über die Lebensdauer in verschiedenen Stän 
den, auf Grund von 15,730 registrirten, gleichzeitig lebenden öffentlichen Be 
amten (Aerzte, katholische und protestantische Geistliche, Schullehrer, Forst- 
und Justizbeamte) des Königreichs Bayern.« Würzburg, 1854. 
**) In Berlin fand man bei 17,625 (in der Periode 1855—60) vorgekom 
menen Sterbfällen nachbemerktes mittl. Alter: Bäcker 41,6 Jahre, Bildhauer
	        
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