Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

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VIL Mbijdhnitt: Einzelne Schuldverhäliniffe. 
heit Ichließen Lafen. Bol. Kipr. d. DLG. Frankfurt) Bd. 1 S. 401, ROE. 
Bd. 39 S. 331, Recht 1908 Wr. 2920. Der Ort, wo das Darlehen „auS$- 
zuzahlen mar, ift aber nit zugleih Erfüllungsort der Brovifion, 
val. Gruchot, Beitr. Bd. 38 S. 1136. 
Sm Falle der Möhkler freilich mit Erfolg darzutun vermag, daß der 
Muftraggeber und defien Vertragsteil in der Noficht, feinen Yrovikions- 
anfpruch zu vereiteln, die Auszahlung des Darlehens argliftig verhindert 
haben, fönnte er gleichwohl die Provifion verlangen, val. Kıpr. d. HLO. 
a. a. ©. und unten Ben. 5, d. 
Val. ferner noch die oben in Bem. I, 11 angegebene Prayi3. , 
1) Bei einem Formmangel des Hauptverirags, der diejen nichtig madht, ift 
auch feine Möäfkflergebühr verdient (e3S {cheiden jedoch auch hier die Fälle aus, 
in denen etwa durch Erfüllung die Heilung des Zormmangel8 eintritt, vol. 
3. SB. 8 313 Sag 2, oder wenn der nichtige Vertrag von den VertragsS- 
parteien faktijh in allen Punkten erfüllt worden if, vol. biezu Reichel, 
Yrch. f. d. ziwililt. Praxis Bd. 104 S. 33); {. au ROSS, Bd. 29 S. 230, 
jowie Rfpr. d. DLG. (Kammerger.) Bd. 20 S. 216. Der Auftraggeber kann 
RO hier auch auf den von der Gegenpartei nicht geltend gemachten OtM- 
mangel berufen und die Möklergeblihr damit abfdhneiden, val. ROS. in 
Sur. Wichr. 1902 Beil. S. 228. Neber dem Fall aber, daß die Recdht3- 
unwirkfamfeit des vermittelten Vertrags vom Auftraggeber allein befeitigt 
merden fönnte und Diefer „gegen Treu und Glauben die Befeitigung des 
Hindernifes verweigert, j. Kipr. d. OLG. (Roftok) Bd. 1 S. 402. 
Wenn der vermittelte Vertrag der Genehmigung des Bormundfchafts- 
gerichts bedurfte, {olche aber nicht erhielt, fo_befteht Fein Unfpruch auf ven 
Mäöklerlohn, 1. Kipr. d. DLSG. (Kiel) Bd. 4 S. 240. 
Die erfolgreihe Anfechtung des vermittelten Gejhäftz muß auch den An- 
Ipruch des Maäklers befeitigen und, wenn er die Provijion bereits erhalten 
hat, einen Herausgabeanjpruch gegen ihnen aus ‚ungerechtfertigter Be- 
ceicherung begründen, vgl. Oruchot, Beitr. Bd. 40 S. 967, Neumann ZU 
8 652, ROEC. Bd. 25 S. 319, Bd. 29 S. 230, fowie auch Dörr a. a. Ö. 
Solange die Anfechtung noch a erfolgt und durchgebrungen ijt, Dbefteht 
der Anfpruch auf Möklerlohn. Aus der Praxis val. hiezu noch Seuff, Arch. 
Bd. 62 Nr. 251, wojelbit außoefüDrt wird, daß diejenige Partei, deren Ber 
galten die AUnfechtbarfeit des Vertrags herbeigeführt hat, die Möklergebühr 
hrerfeitg bezahlen muß und nach Bezahlung nicht zurücverlangen kann: 
; au DL®. Karlsruhe, Bad. Kipr. 1908 S. 262, Neumann, Sahrb. 
Bd. 7 S, 274 Nr. 8, b und Kipr. d. DLG. Gamburg) Bd, 18 S. 16. 
Cine freiwillige Wiederaufhebung des HauptvertragS kann regelmäßig 
den Anfpruch auf Möklergebihr nicht berühren; vgl. in diefer Hinfiht NOS. 
Bo. 25 S. 319, Nipr. d. OLG. Moftod) Bd. 1 S. 402, Iur. Wichr. 1902 
Beil. S. 228. Der Mäklerlohnanfpruch aber, der durch die Zahlıng des 
Raufgeldes bedingt ijt, kann nicht geltend gemacht werden, wenn VOL der 
Zahlung der Vertrag durch die Vereinbarung der Parteien rücgängig gemacht 
wird, vgl. Sb Wichr. 1898 S. 443, Neumann zu 8 652, aber auch DLSG. 
Stuttgart Recht 1909 Nr. 3054. 
. Strittig ift die N wenn da3 vermittelte Gefchäft felbft ımter 
dem Korbebalte freien a wurde und einer 
von beiden Vertragsteilen demnächjt zurücktritt. Nach der einen Anficht 
fann bier ein Anfprucd auf Möklergebühr um deswillen nicht entfteben, weil 
nach S 652 Vorausfjebung des bverbienten Müklerlohnes das Zujtande- 
fommen des Hauptvertrags Tei, N een aber 10h nicht der Zall fei, folange 
zin Wertragsteil ohne Angabe von Gründen {ih an fein Abkommen nicht für 
Men erachten und e3 einfeitig umitoßen Lönne, anderfeits die volle recht“ 
ie Erijtenz des HauptvertragsS erft dann gegeben fei, wenn Die defini- 
tive Einigung beider En über das abzujchlieBende Geichäft erklärt 
jeis unerheblich mülle dabei jein, ob das Widerrufsrecht dem Yultraggeber 
des MüklerZ3 oder deljen Vertragsgegner vorbehalten ifjt, Da ein TechtS- 
wirffamer a des zu vermittelnden Gejhäfts noch in keinem von beiden 
Hällen vorliege. So insbe]. Kospatt a. a. OD. S. 552 in eingehender Be- 
gründung, Behrend, Handelsrecht S 58 IV Adf. 1 und Anm. 16, Burchard 
in den Verhandlungen des 24. Iuriftentags Bd. 11 S. 287, Schollmeyer S. 114, 
Dernburg & 339, I, 1. Dagegen jind für Ddie Yuffaffung, daß Der 
Brovijionsanfpruch des Makler von der Ausübung des NRücktrittsrechts 
nicht berührt werde, Mielentfeld a. a. OD. S. 534, 543, 544, Seuff. Arch. Bd. 40 
y)
	        
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