Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

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VIL Abfdhnitt: Einzelne Schuldverhältnijfe. 
d) Wegen des befrifteten Gefchäftz find die für das hedingte Gefchäft 
maßgebenden Borfchriften analog anwendbar, f. & 163. 
+. Handelt e8 jich um die Entlohnung für eine geforderte BVertragsvermittlung 
im weiteren Sinne, {fo muß der Mäkler au wirklich eine vbermittelnde und nicht 
bloß eine ermittelnde Zöätigkeit entmideln, er darf fich alfo nicht bloß auf den anderen 
Brundfall des bloßen NacdhHweileS einer Gelegenheit befchränkt haben. €3 ift aber unter 
Umftänden möglich, daß fhon in der Zuführung eines Kontrahenten ein den Begriff 
„Bermittlung“ erfüllende Tätigkeit des Mökler8 zu erbliden i{t. Val. aus der Praxis 
OL6. Karlsruhe bad. Nipr. 1906 S. 155. 
5. Der Kaufalzufammenhang zwifdhen der Tätigkeit des Müökler3 und dem 
NEO luffe des Bertrags: 
Im allgemeinen i{t hier zu betonen, daß fih allgemein zutreffende Regeln über 
den Kaufalzufammenhang nicht aufitellen Iajien. Die Tätigkeit des Makler8 braucht nit 
die einzige oder hauptfäch liche Urfache des BertragsabichlulesS zu fein, wenn fie 
nur zum Vertragsabihlule mitgewirkt hat; eine bloße Unbahnung des Gefhäfts 
genügt anderfeits aber nicht; vgl. Dürr a. a. D., OLG. Braunfhweig, LZ. 1908 S. 243, 
aber auch Sur. Wichr. 1906 S. 741 und oben Bem. MN, 1, £ 
Sm einzelnen ift zu bemerken: 
a) Der nach obiger Bem. 2 notwendige Raufalzufammenhang M. IL 
512) erfordert FeinesmwegS, daß der Mötler fpeziell auch beim formellen 
NMertragsabichlulfe zugegen war und eine Tätigkeit entwicdelte, Dies gilt 
auch dann, wenn eine bermittelnde Tätigkeit zu leiiten war. War bloß 
ein „Nahmweis der Gelegenheit“ begehrt, fo it dies ohnehin felbit 
berftändlich (val. hiezu auch fächt. Arch. 1909 S. 262). | 
Much Hinfichtlich des hier notwendigen Kaufakzufjammenhangs ift angelicht3 
der im S 652 befonderS betonten exakten Unterfcheidung zwifdhen Nadwei5s 
und Vermittlung zu beachten, daß natürlich ein bloßes „Zubringen“ 
eine8 Kontrahenten noch keine Bermittlung iit, fofern der Vertrag auf 
Vermittlung und nicht bloß auf den Nachweis der Gelegenheit gerichtet 
war. Sol bayr. Dberft. LS. Bd. 4 S. 634, auch Seuf Mh. Bo. 12 
Nr. 155, Bd. 39 Nr. 208, ferner bad. Ripr. (DLSG. Karlsruhe) 1906 S. 340 
und 155, au pr. d. DLSG. Vamberg) Bd. 12 ES, 85. 
Sn pr. d. OLG. (Dresden) Bd. 4 S. 47 und Recht 1902 S. 101 
({f. au ipr. Bd. 9 [Braunfchweig] S. 6) wird allerdings in Anlehnung ar 
eine frühere Yraris ausgeführt, daß, wenn der Mökfler fOlechthin mit dem 
Verkauf eines Orunduücks beauftragt fei, die Mäklergebühr nicht Ihon 
jür die en eines Dritten, mit dem der Yuftraggeber demnäch]t ab- 
aefchloffen bat, verlangt werden fönne, jondern nur für die Vermittlung des 
Raufgefhäfts d. h. eine in der RNMichtung des Wofchluffes wirkende weitere 
Tätigkeit, die urfächlich für Ddiefen geworden ijt. Allein die Auffaffung 
wird regelmäßig nicht vereinbar fein mit der erften Alternative des 
8 652 Ab). 1 Sab 1; vol. auch unten Bem. e, oben MI, 1 a. E., jowie Ripr. 
5. DL®. (Kolmar) Bd. 9 S. 7. 
N Auch wenn nur der Nachweis der Gelegenheit in Frage fteht, darf 
iQ Übrigen3 die Tätigkeit des Möklers nicht bloß darauf befchränkft haben, 
dem Berkäufer auf eine zweifelbafte Möglichkeit, fjelbft einen Kaufs- 
refleftanten zu ermitteln, aufmerfiam zu machen, vol. Urt. d. OLG. 
(Bofen) vom 6. Dezember 1904 in Seuff. Arch. Bo. 60 Mr. 100. 
icht gerade notwendig ift, daß der Mökler die Ermittler und Vermittler- 
tätigfeit in Berfon aeleiftet habe, Die Verwendung von Hilfs oder 
NET als Organen des Mäkler8 ift nicht ausgefchloffen. 
Daß ferner der Gefchäftsherr, wenn er zu einer Entlohnung gehalten 
fein Joll, au die vorauSgegangene Maäfkfertätigfeit veranlaßt oder 
menigjtenS in Kenntnis von der Mäklertätigkeit und mit deren nachträg- 
lier Genehmigung den Hauptvertrag gefcolotien haben‘ muß, ift notwendig; 
Jonft wäre dem in manchen Gejchäftsfreifen fi vorfindenden Eindrängen 
bon Unterhändlern Tür und Tor geöffnet. Bal. oben Yem., IN, 1, f, ROGES. 
Bd. 31 S. 291, Iur. Wichr. 1901 S. 144 und Pland; etwas abweichend 
Dertmann Dem, 2, a, y; aud Neumann bemerkt einfhränkfend, man müfle 
für den einzelnen all den Nachweis zulafjen, daß die Nenntnis des Auftrag- 
geberS ohne Einfluß auf den AWbichluß des Gefchäft3z und feinen Inhalt 
gewejen wäre. Sal ferner Lotmar a. a. OD. Bd. 2 S. 486. 
Wenn der Erbe des Auftraggeber8 den Hauptvertrag abfdohließt, fo 
it neben der Kenntnis der Vermittlertätiakeit nicht noch die Renntnis des 
;y
	        
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