1588 VII AbfeHnitt: Einzelne Schuldverhältniffe.
Goltdanımer8 Archiv Bd. 47 S. 154), wird fie von anderer Seite, fo yon Sau a. a. DO. und
in8bel. von Dertmann a. a. D. und Vorbem. 4 (f. auch Biberfeld in SGruchot, Beitr. 1898
S. 372, 378, 385, 387) al8 zu weitgehend betämpft (Jo aud RKOR.-Komm. Vorbem. 6, c).
Mit Recht führt Dertmann auß, daß unterfhieden werden muß, ob die unerlaubte Handlung
der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft angehört. Liegt die unerlaubte Handlung be-
veit8 abgefhloffen vor, ohne daß eine Wiederholung zu befürchten ft, fo ift für eine Unter-
(afiungsklage fein Raum (daß dur die bloße Möglichkeit der Wiederholung einer Beleidigung
die Klage auf Unterlaffung nidt gerechtfertigt wird, erfennt auch ein Urt. d. Neih3ger. vom
15. April 1909 Bayr. 8. f. NR. 1909 S. 232 ff. an); {jt die unerlaubte Handlung erft für die
Zukunft zu befürdghten, fo ift eine Unterlaffungsflage nur infoweit begründet, als fie das
Gejeß bei drohenden Angriffen gegen abfolute Rechte ausdrücklich für zuläffig erflärt (vgl.
88 12, 862, 1004, 1017, 1027, 1029, 1058, 1065, 1068, 1090, 1184, 1227), @chört dagegen
die unerlaubte Handlung der Gegenwart an (fo insbefondere bei fog. Dauerdeliften), jo kann
allerdings Unterlajiung der jhädigenden Handlung begehrt werden, jedoch lediglich infofern,
al8 Hiemit WiederhHeritellung (S 249) begehrt wird. E83 kann daher (beim Vorliegen einer
unerlaubten Handlung; vgl. Bem, II, A, 2, Ad zu S 823, Bem. 3, c, d zu 8 826) geklagt
werden auf Unterlafiung des Bordellbetrieb3 im Nachbaranmejen (Urt. d. Reihsger, vom
9, April 19014 RGE. Bd. 57 S. 242, Urt, d. OLG, Karlsruhe vom 26. April 1901 Seuff.
Yrch. Bd. 56 Nr. 199 und vom 25, Februar 1903 Recht 1903 S, 527, Urt. d. OLG, Kulmar
bon: 28. Juni 1901 D. Iur.3. 1908 S. 348 und vom 10. Oftober 1902 RKfpr. d. OLG,
Bd. 5 S. 387 ff., Urt, d, OLG. Celle vom 27. Mai 1903 Seuff. Arch. Bd. 60 Nr. 11, Urt.
d. DOLLS. Dresden vom 2. März und. 18. Oftober 1905 KecdhHt 1906 S. 1195), auf Unters
fajfiung der Ausftelung einer beleidigenden Photographie (vgl. Blume im „Recht“ 1505
S, 117, Urt, d. OLG. Hamburg vom 20. November 1900 Itipr. d. OLG. Bd. 2 S, 313 ff.)
auf Unterlaffung Freditjdhädigenden Berhaltens (BVejchl, d. OLG, Dresden vom 19. Oktober
1900 Ripr. d. OLG. Bd. 2 S. 482 ff), auf Unterlafiung der Störung der Nachtruhe dur
Hundegebell oder Klavieripiel u. dgl., aber nur um deSwillen, weil die Unterlaffung der
Störung in folden Fällen als geeignetes Mittel erjdheint, den bereitS eingetretenen jhädigenden
Buftand der Beunrzuhigung oder Verwertungsbefhränkung zu befeitigen und den folihHeren
Buftand miederherzufjtellen (Dertmann a. a. OD. S. 622 ff)
Val. Hiezu auch oben S. 17 ff. Bem. 5, d zu 8 241, S. 55 ff. Bem. 3 zu S 249 und
die weitere dort ermähnte Literatur und Praxis. Ueber daZ Erfordernis der Gefahr ver
mögen8rechtlicher Shädigung f. auch Urt. d. OLG, Dresden vom 28. Mai 1909 Ripr. d. OS.
Bd. 20 S. 259 ff.
Neber die Unzuläffigkeit einer Mage auf Widerruf aus S 824 f. Bem, 7, a hiezu;
val. aud Bent. 6, d zu 8 853.
Ueber die Unzuläjfigkeit einer Klage auf Unterlaffung des Ehebruchs gegen
den andern Ehegatten oder einen Dritten }. die zutreffenden Ausführungen des Urt. d. Heichs&ger.
vom 22. April 1909 RGE. Bd, 71 S. 85 ff.
VIIL Der AnfprugG auf Erfaßg des durh eine unerlaubte Handlung erwacjenen
Schaden ijt aktiv und pafitb bererblich, Eine Ausnahme hievon enthält & 847 Abi. 1 Sab 2
(M. IT, 730).
Ueber die Verjährung des Anfjpruchs j. SS 852, 853 und Bem. Hiezu; Hinfichtlich der
Nebertragburfeit j. 88 398, 847 Abi. 1 Sag 2, Bem. 6, b zu 8 843, Bem. V, 5, b zu S 844.
IX. Güterrechilicdhe Befonderheiten.
1. Beim ordentlidgen gefjegliden Güterjtande fallen im Berhältniffe der Che
gatten zueinander die Berbindlichkeiten der Frau au3 einer von ihr während der Ehe be:
gangenen unerlaubten Handlung oder au3 einem wegen einer folden Handlung gegen fie
gerichteten Strafverfahren, fowie die Kojten eine8 von der Frau Über eine foldhe Berbind-
lichteit geführten Kechtaftreit3 dem Borbehaltsgute zur Lafjt (8 1415 Nr. 1, 3; vgl. Bem. 2,
a, b und d zu 8 1415. Das aleiche qilt nad 8 1660 im Verhältniffe zwilgen SGemwalthaber