Full text : Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

25. Titel: Unerlanbte Handlungen. Vorbemerkungen. - 1589

und Kind für die Ausgleidhung zwiilhen freiem und nicht freiem Vermögen; val. Bent. 2, a
und c zu S 1660).
2, Bei allgemeiner Gütergemeinjdaft fallen im Verhältnifje der Cher
zatten zueinander die Verbindlichkeiten au einer unerlaubten Handlung, die ein Ehegatte
nach dem Sintritte der Gütergemeinfchaft begeht, oder auZ einem wegen einer Tolden Handlung
gegen ihn gerichteten Strafverfahren, fjowie die Moften eines Recht3ftreitz Über eine jolche
Verbindlichkeit dem Ehegatten zur Laft, in deffen Berfon fie entftehen (S& 1463 Nr. 1, 3; val.
Bei. 2, a, b und d zu 81463). SHinfightliH der fortgejegten Gütergemeinfdaft
8 1499 Nr. 2 und Bem. 2, b und c, « und / zu 8 1499.
8, Bei der ErrungenihaftSgemeinfhaft fallen im Berhältniffe der Ehegatten
zueinander die Verbindlichkeiten des Manne& aus einer von ihın nach dem Eintritte der
Errungen haftsgemeinidhaft begangenen unerlaubten Handlung oder aus einem wegen einer
unerlaubten Handlung gegen ihn geridteten Strafverfahren, jowie die Roften eines vom
Manne über eine folde Berbindlichleit - geführten Recht3fjtreitz dem Manne zur Laft (S 1536
Nr. 3. 4; vgl. Bem. 2, c, d und e zu S 1536).
4, HinfichiligH der FahHrni83gemeinfgHaft f, $ 1549 und Borbem. IV, 4 vor 8 1549.
X. Für vorfählich begangene unerlaubte Gandlungen gelten einzelne befon dere
Borfihriften:
1. Dem zur Herausgabe eine Gegenjtandes SVerpflichteten fteht kein Zurüd-=dehHaltung3recdht
 zu, wenn er den Gegenfiand durch eine vorjäklid begangene unerlaubte
Handlung erlangt Hat (8 273 Abi, 2; Dal. Urt. d. Meichsger. vom 19. Oktober 1909 MGE,
Bd 72 S. 65 ff.)
2, Gegen eine Forderung aus einer vorfäßlih begangenen unerlaubten Handlung if
die NufredHnung nicht zuläffig (8 393; vgl. Urt. d. Reihs&qer. vom 30. Dexember 1908
Warneyer Erg.-Bd. 1908 S. 170 ff.).
8, Da BurüchehHaltungZredht des BefigerZ wegen der ihn zu erfegenden
Verwendungen greift nicht lab, wenn er die Sache durch eine vorfäßlih begangene un:
zrlaubte Handlung erlangt Hat (8 1000, f. au S$ 1007 Wbi. 3 Sag 2).
xl. Die Borfehriften über den Erjaßg des durch eine unerlaubte Handlung erwachienen
Schaden? finden Anwendung :
1. auf die Haftung des gefhäftzunfähigen oder in der Ge/hHäftsfähigkeit befhrtänkten
SeihHäftsführer8s (8 682);
2, auf die Haftung des Befiger8, der [ih durch verbotene Eigenmadht oder durch
sine {trafbare Handlung den Befig verichafft hat (8 992, f. auch SS 1007 Ah. 3 Saß 2. 1065
'owie Bem. 8 zu 8 987); ae
8, auf die Haftung des Erb{haftsbejiker3, der einen ErbjHaftsgegenftand durch
#ine ftrafbare Handlung oder eine zur Erbfchaft aehörende Sache durch nerbotene Eiagennacht
:rlaugt hat (8 2025 Sak 1). .
4, Die VBorfchriften der SS 827, 828 finden nah & 276 Abi. 1 Sag 2 auf die Haftung
des Schuldner3 in Anfehung feiner Berpflidhtung zur Leiftung Anwendung
3. Yem. I, 2, c zu 8 276).
5, Die Borichriften der S8 842—846 finden ent/predhende Anwendung auf die Schadens:
erjaßbiliht des Dienftberedtigten, der die ihm in Anfjehung des Sebenz und der
Sefundheit des Verbflihteten obliegenden VerpfliGtungen nicht erfüllt (& 618 Abi. 3; vgl.
Urt. d, Neichäger. vom 5. Mai 1908 Jur. Wichr. 1908 S. 449 {f.; f. au SGB. 58 62 Abf. 3,
76 Wb6f. 1, fowie Art. 59 Abi. 2 d. bayr. AG. z. BSGB.). Neber die Frage der Anmendharfeit
525 8 847 in den Fällen de8& S 618 |. Bem. 3, a zu S 847,
XI. RechtlidHe Natur anderweitiger Schadenserfahanfprüche, Cine „unerlaubte
Handlung“ im Sinne des BGB, i{t nicht jede eine SchadenZerfjakpfliht begründende Vers
jalten, fondern grundfäßlidH nur die im 25. Titel des 2. Buches geregelten
Tatbeftände (|. oben Riff. IL 4; and. Anl. ROR Komm. Borken: 2). Dies Ht von
            
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