988 VII. Abionitt: Einzelne Schuldverhältniffe.
Beriprechen Berechtigte bei Weigerung des Gegner8 foaleich auf Erfaß Hagen fönne
oder ob in diefer Hinficht die Vorausfießungen der SS 283, 286 vorliegen müfen. Srund-
Jäßlich ijt das lebtere zutreffend; in den meiften Fällen wird 1boß hier für den Geber
8 286 bj. 2 zur Anwendung gelangen können fo mit Mecht Vertmann Bem. 1, b, zum
Teil anders Dernburg S 236, Il).
3, Der Anfpruch auf Zahlung eines Darlehens ift für die Regel infoweit an ich nicht
übertragbar und daher au nicht pfändbar, als der künftige Darlehensfchuldner
feinen An)pruch auf eine beftimmte Geldzabhlung fledfbin abtreten Tann, da ihm ein
Jolcher nicht 3zufteht. Dies ergibt fich aus dem allgemeinen Srundfake, daß Anfprüche
aus pacta de contrahendo fJür bie Iegel nicht übertragbar fein Können, da jonft für
den künftigen Hauptbertrag eine ganz andere Perfönklichkeit eingefhoben würde, was
jowobl wirtfdhaftlidh al8 auch rechtlich eine YWenderung des Knbhalis im Sinne des & 399
ausmachen würde (übereinitimmend Neumann zu S 610 und vgl. MWindjcheid-Kipp
8 355); f. ferner auch ROSE, Bd. 32 S. 364 und Bd. 38 S. 311, {owie Ed-Leonhard,
Sortr. S. 507 und IKipr. d. DLSG. Braunjhweig) Bd. 13 S. 422; abweichend OLG.
Stuttgart, Recht 1905 S. 563. € it aber redhtlid möglich, daß im konkreten
alle nad dem au8Zgefprocdhenen oder dem zu bermutenden Willen
der Vertragichließenden dem Verfprechensempfänger auch eine andere von Ddiefem
m beftimmende Berfon al8 EmpfangsSberechtigter und künftiger DarlehenSfchuldner
ubftituiert werden darf. € it ferner denkbar, daß eine Nebertragbarfeit und damit
Yfändbarkeit in dem Sinne von den Vertragihließenden gewollt war, daß durch Hingabe
des Geldes an den BZefftonar gleichwohl der Zedent Schuldner des Darlehen8gebers
werden Jon erfterem aber ein AnfpruG auf Anszahlung des Geldes verichaftt
werden jolle. Val. näher Bem. 2, c zu 8 399, Jur. Widhr. 1907 S. 708, 1908 S. 676,
1909 S. 809 Nr. 4, ROT, Bd. 66 S. 359 ff, Bd. 68 S. 355 ff, Bl. f. RA. Bd. 73 S. 964,
Danger Erg.-Bb. 1909 Nr. 15 und Nr. 402; vgl. ferner Lübbert, Sherings Sahrbh. Bd. 52
S. ,
Hinfichtlih der Abiretbarkeit einzelner Raten beim Baugeldervertrag f.
aber näher Bem. II, 9 zu $ 607.
4. Ueber die Frage, ob, wenn das Darlehen gegen Hypothek berfproden
ift, der Darlehensnehmer im Zweifel verpflichtet ift, em Darlebensgcber die Hypothek
an erfter Stelle zu gewähren, |. Bem. V, 1, g zu 8 607.
5. S 610 begründet eine gewiffe Einfchränkung diefer allgemeinen Normen durch
Sulaffung eines Widerrufs des Verjprecdhen3 in einer befonderen ÖGeftaltung des
rundjaßes der jog, clausula rebus sic stantibus. Vol. hiezu insbe]. Fribe im Arch.
f. bürgerl. N. 1900 S, 47 f., Silberfhmidt in Bl. f. RU. Bd. 67 S. 149 f., ferner Danz
im Bank-Archiv Bd. 6 S. 97, jowie Kaufmann, Die clausula rebus sic stantibus S, 45
(Difi.) und Stahl, Die fog. clausula rebus sic stantibus, 1909 S. 3. und 13 ff. Ein
allgemeiner NedhtSgrundfaß darf aber aus 8610 und aus 8 321,- vgl. unten
Bem. II, 4) nicht entnommen werden (jo mit Recht Dertmann in Bem. 2, a; abweichend
Marcus, D. Iur.3. 1910 S, 820, der die Borfchrift des 8 610 auch af Darlehens=
prolongationSabreden erftreden will, e& fanrnı aber eine derartige Klaufel in
anderen Sällen auSsdrücklih vereinbart oder als tillfdhweigend vereinbart
unterftellt werden, vgl. RGS. in D. Yan 1903 S, 82, Dertmann a. a. O., Silberichmidt
a. a. ©. und insbel. Danz a. a. OD. (Diejer will den S 610 ausgedehnt willen auf alle
Hülle, in denen der Kreditgeber bares Geld im Interejie des KAreditfuchenden aufzumwmenden
lich verpflichtet hat, das ihm fpäter von Ddiefem zurückzugeben ift, wie 3. DB. beim Vers
Ipredhen der Einlöjung von Wechjeln des Areditfuchenden.) S 610 hat aber binjichtlich
des Widerrufs immer einen einjeitig verpflichtenden Vertrag im Auge, vol. Sur.
Wichr. 1909 S. 309, Recht 1909 Nr. 2983.
II. Die Vorausiegungen des Widerrufs beim Darledensborbertrag: Eee
von bem felbftverftändlichen Falle der Wiederaufbhebung des Vertrags im Wege wechjel-
leitigen Nebereinfommens der Parteien Kommt jener Widerruf nach S 610 auch
118 einfeitige Ned t8handlung vor und zwar mit folgenden Vorausiekungen :
1. Der Widerruf des Darlehensverfpredhen8 kann erfolgen fowohl im Wege einer
jelbitändigen einfeitigen, empfangSbebürftigen € $$ 130 ff.) Willens=
erflärumng gegenüber dem anderen Teile, wie außh aß Einrede auf die Er.
füllungsflage.
‚3, Der Widerruf ft aber nah S 610 nur zugelafjen für den oben unter Nr. I, 1,a
aufgeführten Jall des Veripredhens der Hingabe des Darlehens und kann nur
bon der Seite des Darlehen8gebher3 ausgehen.
3. Der Widerruf ft endlih nur ftatthaft unter einer beftimmten Borausfegung,
welde als einziger Zuläffigfeit8fall erfcheint und nicht ausdehnungsSfähig N