25, Titel: Unerlaubte Handlungen. & 833, 1677
— Haustiere find zweifellos: Pferd, Ejel, Diaulefel, NMaultiere,
Kindvieh, Schafe, Hunde, Ziegen, Kaken, Schweine, Geflügel (auch
Tauben und Pfauen), nicht aber Aıfen, Bapageien, Kaben, Kanarienvögel
(fo mit Yecht Frande, Tierhalterhaftung S. 24), Nicht auss
getchloften i{t, daß Durch Fortichritte Der Tierzucht gewijfe Tiergattungen,
die zurzeit noch nicht als Haustiere zu betrachten find, Diefe
SEigenichaft erwerben fönnen ; auch kann ein Tier unter Berückfichtigung
des Klimas, der Srtlihen Verhältnifje und der Verfehrsjitte unter
Umftänden in einzelnen Landesteilen als Haustier gelten, während
ES nicht der Hall ift Cval. Frande, Tierhalterhaftung
S, X.
— Rein Haustier it die Biene; die bei Beratung des S 833
Sa 2 mehrfach geftellten Anträge, das Gegenteil ausdrücklich auszufprechen,
fanden feine Unnahme und wurden ingbefondere feitenS der
Kegierung um deswillen befämpft, weil die Biene dem menfchlichen
Haushalt zu ferne, nicht in dem engen Kulturzulammenhange mit dem
Boltsleben und nicht fo in der Macht des Eigentümers ftehe, daß
man in gleicher Weije darüber verfügen Könnte wie über die anderen
mn Wirtfchaftsleben unentbehrlichen und in einer Jangen Kulturentmwichung
gezähmten Tiere (j. Verh. d. Neichst, 12. Vegiöl-Beriode
|. Seflion S. 2347, 2352, 2353, 2354, Drucfachen ir. 858, 943,
3. 5139f., 5146; ebenfo RKGR.-Komm. Ben. 8, Bielenberg a. a. D. S.97,
Srandke a. a. ©. S, 24, v. Sippmann in Bl. 1. RA. Bd. 73 S. 652 ff.
ind Sofef a. a. ©. S. 29; and. Unf. Bälz in D. Iur.3. 1908 S. 415 ff,
Dertmann Bem. 9, b, «; val. audh SS 961—964 und Bem. hiezu).
Sofef in @Oruchot, Beitr. Bd. 53 S. 30 fordert zur Anwendung
des 8 833 Sag 2, daß das Tier gerade in feiner Sigenfdhaft
113 Haustier gehalten merde, fo Daß die Vorfchrift unanmendbar tei,
wenn ein Profeljor ih Kaninchen, Hunde oder Hagen zu bakterivogijchen
oder phyliologifdhen Unterfuchungen halte (ebenjo KÖN.
Komm. Ber. 8). Dieje Anficht ift aber mit dem Wortlaute des GeeBeS
wohl nicht vereinbar. , er
Das jchadenftiftende Haustier muß dazu beitimmt ein, dem
Berufe, der Erwerbätätigkeit oder dem Unterhalte des
Fierhalter8 (über diefen Begriff 1. oben Bem. 5) Zu dienen. Nach
ver Erflärung de8 Stantsjekretärs Dr. Nieberding handelt eS fi
Ziebei im wejentliden un den Gegenfaß zwifdhen Zurustieren und
jenjenigen Tieren, die dem Wirtichaftäleben der Bevölferung dienen
Verh. d. RMeichst. 12. Legisl-Beriode I. Seflion S. 2338). Dem
Berufe des Tierhalters dient beifpielSweije_ Dda3 Dienfipferd des
Dffizier8; der Erwerbstätigkeit der den Karren des Haufierers
siehende Hund, der zur Pferdezucht gehaltene Deckhengft (f. Verb. d.
KReichSt. a. a. D. S. 2343, 2678), die zZUr Vertilgung von Mänfen_von
nem Wurfihändler gehaltene Kaße, das zu Handelsziwecken vom Tier=Jändler
angefchaffte Tier (fo mit Recht SKofef in Gruchot, Beitz. Bd. 58
3, 39 und im „Hecht“ 1910 S. 770 ff. ; and. An). Urt. d. DLG. Celle vom
24. Sebruar 1910 und des DLSG®. Frankfurt vom 2. Februar 1910,
Kipr. d. VLG. Bd. 20 S. 272 ff), daS zur EE beim Aderbau
der zur Veräußerung beftimmte Iungbvieh (Urt. D. 4 LO. Köln vom
{. Suni 1910 Her. 2188), dem Unterhalte die Mildhkuh oder ein
zum Schlachten beftimmtes Schwein. Weitere reiche Kafuiftik gibt
Iofef in Öruchot, Beitr. Bd. 53 S. 30
za) Nach der Begründung des Entwurfs fol Vorausfegung der Anwendbarkeit
des S 833 Sag 2 fein, daß die Zwecbeltimmung eine
gegenwärtige und irgendivie erfennbar geworden {ei Das
zritere ift zweifello8 richtig: für ein früheres Arbeitspferd, Das
zunmebhr wegen AUltersichwäche das Gnadenbrot genießt, haftet
der Tierhalter nach S$ 833 Saß 1, nicht nach Saß 2; das gleiche
gilt, mie die Begründung herborhebt, wenn die Fünjtige Beftimmung
eineS zurzeit andermeit Denußten Tieres zu einem jener Bwede
DeaOT ION aber noch nicht verwirklicht ijt. Nach dem unzweideu“
tigen Wortlaute des Gejebe3 genügt e8 aber zur Anwendung Des
58833 Saß 2, wenn im BZeitbunfte der Schadenäftiftung die Zwedbeftimmung
bereit3 getroffen ift; nicht erjorderlidh ift, daß
das Tier im diejem Beitpunkte dem fragliden Zwede