724 VIL AbjHnitt: Einzelne Schuldverhältnijfe,
Die IL Komm. dagegen hielt lediglich die Verweifung auf $ 661 Gebt 8 760) für angezeigt,
mie bie fraglidhe Kentenpfliht nicht nur heim Mangel einer gegenteiligen Vereinbarung,
Sondern fchledhthbin nur für die Lebensdauer des CEriaßberedhtigten befteht
(vgl. Bem. 7 zu 5843) und eine die Auslegungsregel des 8662 (jebt 8 759 Abi. 2) er-
Joxrderlih machende Ungenauigkfeit der Fajfung des richterlichen Urteils nicht wohl voraus-
zufeßen fei (%. IT, 625).
3. Sür die Bemeffung der zu entrichtenden Rente ift maßgebend, inwieweit
der Getötete während der mutmaßlidhen Dauer feines Leben8 gegenüber dem Drıtten
zur Gewährung des Unterhalt3 verpflichtet gewefjen wäre und inmietveit infolge der
Tötung dem Dritten das Mecht auf den Unterhalt entzogen worden it (M. II, 782 ff.;
Det 2 Saß 1 des HaftbflichtgefeßeS in der Fajlung des ES. Art. 42, I, Eger
S. ).
„, uch bier hat der Richter (wie im Falle des S 843, 1. Bem. 3 hiezu) die künftige
Seitaltung der Verhältnitfe, joweit fie {ih nach dem gewöhnlichen Laufe der
Dinge und den Umftänden des Einzelfall im voraus ermeflen (äßt, Ion bei Feftitellung
der NRente zu berüchichtigen, mährend bei nach träglicher MNenderung der Verhältniffe
S$ 323 30. (f. unten 3iff. 6) maßgebend ift (Urt, d. Neichsger. vom 5. Sanıuar 1905
und 19. Sanuar 1905, ur. Wichr. 1905 S. 143 f., 152 ff; vol. auch die in Ben. 3 zu
8 843 erwähnten Enticheidungen des Keichsgericht8). |
, Dies gilt Jowohl hinfichtlidh der Dauer al8 binfichtlihH der Höhe der zu ent
vichtenden Rente.
a) Dauer der Rente, x
x) Bur Seftftellung der Zeit, auf welche die Rente zuzubilligen ift, muß
nicht nach den Grundfäßen der Wahrfcheinlichteitsredhnung unter
Berückfichtigung der Umjftände des einzelnen Falles (Gefundheitä-
zuitand, Alter, Beruf, Lebensgewohnheiten des Verlebten) ermittelt
werden, mann vorausfichtlich der Tod des Verlebten
eingetreten märe, wenn Die feinen od verurfachende unerlaubte
Handlung nicht begangen worden wäre. An beftimmte Mortalitäts-
tabellen (val. 3. B. 8 14 des bayrifchen Erbichafts{teuergefebes vom
11. November 1899, jäch]. @B. S 35; f. auch I. 68 Dig. 35, 2, Areitt-
mayr, Ann. 3. BER. IL cap. 6 8 14 Biff. 12, bayriiches SMBl.
1886 ©. 279 if., Urt. d. DL®, Karlsruhe vom 21. Yovember 1900
©. Sur.3. 1902 S. 56, Urt. d. DLG. Dresden vom 9. März 1903
fächt. Arch. Bd. 14 S, 128) ift der Kichter hiebei nicht gebunden.
YUuf einen längeren al8 den hienach ermittelten Beitraum darf die
Mente FeineSfalls zugefprochen werden (M. II, 786 ff., WB. 11, 624; val.
Eger S. 419 ff, ROGE. Bd. 5 S. 108 ff., Bd. 7 S. 50 ff, Bd. 13
S. 7ff., Bd. 23 S. 217 ff). Darüber, daß die Rente au mit dem Tode
des erfaßberechtigten Dritten endigt, f. oben unter Biff. 2.
uf die ganze LebenZdauer des Mläger8 kann die Rente aber
nur zugefprochen werden, menn fejtfteht, daß der Verlebte mindejtens
ebenfolange al8 der AMäger gelebt haben würde. Die Ent{heidung
diefer Zrage darf (anders als im Falle des S 843, f. Bem. 1 Hiezu)
nicht dem Nachverfahren im Sinne des 8 304 ZRO. vorbehalten
werden (Urt. d. Meichsger. vom 5. Iuli 1906 ROT. Bd. 64 S, 33ff.,
vom 3. Juni, 15. November und 23. Dezember 1907, ur. Wichr. 1907
S. 483, 1908 S, 9, 109); Dagegen darf die Kalendermäßige Be-
grenzung der Zeit, für welche die Mente zu gewähren ift, dent Ver:
tahren über die Höhe des Anfpruch3 vorbehalten‘ werden (f. das
zuleßt erwähnte Urt. d Reichager. Sur. VWichr. 1908 S. 110 und Urt.
DdD. Meicdhsger. vom 13. Kuli 1908 ur. Wichr. 1908 S. 554).
Die mutmaßliche Lebensdauer des Getöteten bildet die Maximaldauer
der Mente, während Erwägungen anderer Art dazu führen Können,
fie auf einen fürzeren Zeitraum zu befchränfen. Der Anfvruch auf
Rente muß nämlich in dem Beitpunit endigen, in welchem der
Dritte gegenüber dem Getöteten, fal8 diefer am Leben geblieben
wäre, nicht mehr unterhaltsberedhtigt gewejen fein
mürde, fei e8& daß der Unterbaltsanfpruch des Dritten überhaupt
zeitlich begrenzt ift (vol. 5 1708 Wbf. 1 Saß 1) ‚Jei e8, daß der
Dritte in diefem Zeitpunkte vorausfichtlich erwerbäfähig und auf Orund
diefer Tatfache nicht mehr unterhaltsherechtigt fein würde (val. $ 1602
Abt. 1 und Urt. d.. Reichsger. vom 5. Januar 1905 Sur. che, 1905
S. 143 ff., wofelbit ausgeführt it, 08 Kinder mit dem vollendeten
14 SebenSiabre regelmäßig noch nicht in der Lage find, ich felbit zu
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