95, Titel: Unerlaubte Handlungen, $S 844. 1725
anterhalten; 1. auch Urt. d. Meihsger. vom 19. Januar 1905 und
23. Dezember 1907, ur. Widhr. 1905 S. 152 ff, 1908 S. 109), fei
28, daß der Getötete vorausfichtlih fchonm vor feinem mutmaßlichen
Tode (inshefondere infolge der durch Alter herbeigelührten Minderung
der Ermwerbsfähigfeit) zur Unterhaltsgewährung unfähig geworden
und daber nicht mehr unterhaltspflichtig gewefen wäre (bal. S 1603
Abi. 1 jowie Urt. d. Reichsger. vom 30. September 1909 Iur. Wichr.
1909 S. 687 {f.). ; .
AÄnderfeit3 ijt, wenn der Unterhaltsanfprudh des Dritten zur Zeit des
Todes des Verleßten mangel8 einer gejeßlichen BorausieBung n0 CO
nit zur Entftehung gelanat war (f. oben Ben, IN, A, 2, b, 8), die
Rente erft von dem Zeitpunkt an zu entrichten, in weldjem der
Nerlebte, fall8 er nicht getötet worden wäre, zum Unterhalte ver
pflichtet Eon wäre (9%. II, 781 FF). Nicht ausgefchlofien ijt aber,
daß die Klage auf Entrichtung der Mente von diejem Beitpunkt ab
[horn vorher erhoben wird (Urt. d. Oberft. LS. München vom 9. April
1902 Samml. n. $. Bd. 3 S.303 F.; }. auch Urt. d. OLG. Münden vom
21. November 1905 Seuff. Arch. Bd. 62 Nr. 108; and. Anf. Planck
Bem. 4, c) oder daß geklagt wird auf Feftitellung, daß bei Eintritt
der zurzeit noch nicht gegebenen VorausfjeBung (3. B. Bedürftigkeit
des volljährigen Kindes) die Erjabpfliht des Beklagten beftehe (Urt.
d. RMeichsger. vom 17. Oktober 1907 Zur. Wichr. 1907 S, 710 ff, und
vom 25. November 1907 Recht 1908 S. 56). Hinlichtlih des S 258
BO. f. unten Ziff. 6. Sit freilich die Wahr] heinlichkeit, daß Der
Getötete dem Dritten gegenüber {päter unterhaltspflichtig geworden wäre,
eine ganz fernliegenDde, fo wird ein Anfpruch aus S 844 überhaupt
zu verfagen fein (jo mit Recht Urt. d, OLG. Hamburg vom 22. Mai
1903 ©. Yur.3. 1904 S. 752 bhinfichtlich einer Klage, mit der die
etwa 40 Jahre alten Eltern eine8 getöteten vierjährigen Kindes Anfprüche
aus $ 844 Adi. 2 erhoben hatten; ebenjo Urt. d. DLG. Dresden
vom 20. November 1908 MKipr. d. OLG. Bd. 20 S. 267 für den Fall
der Tötung eine3 fünfjährigen Mädchens; and. Un). binfichtlih der
Rage des Bater8 eines Heben Sahre alten Kindes Urt, d. Neichsger.
bom 25. März 1909 ur. Widhr. 1909 S. 314 und dinfichtlih der
@lage der Eltern von dreizehn und neun Jahre alten Söhnen Urt. d.
Keichsger. vom 15. März 1910 Warneyer (Erg.-Bd. 1910 S. 217 ff).
Ueber den Einfluß jpäterer Verheiratung auf die Unterhaltspflicht der
getöteten Tochter |. Urt. d. NMeichsger. vom 27. September 1909 Iur.
Wichr. 1909 S. 660.
Eine Beftimmung des Inhalt3, daß der Eriabanfpruch der Witwe
mit ibrer Wiederverheiratung endigt, hat das Gefeß nicht aufgenommen
(9. 11, 785 ff.; vgl. dagegen BER: UI Dit. 6 8 10%
ewerbe-Unfall-Verfidherungs-Gefeb S16 AWbhf. 2, Unfall-VBerficherungs-Gejeb
für Land: und Forjtwirt/chaft S 17 Abi. 2, Ban-Unfall-VBer-Varel“
8 9, See-Unfall-Berficherungs-Gejeg: $ 22 Ubh. 2,
S 4 Abi. 3 des Gef. betr. die Unfallfürforge für Gefangene, S$ 2
bj. 1 Nr. 2a des METER für Beamte und für Berfonen
des Soldatenftande3; f. auch Eger S. 400 F.). Durch die dem zweiten
Ehegatten obliegende Unterhaltspflicht wird der Anfpruch nicht ausgefchloffen
(f. oben Bem. III, A, 2, c), Die {fpätere Wiederverheiratung
der Witwe ift daher nur infofern von Bedeutung, al8 hiedurdh ihre
Nermögensverhältnifje eine den Unterhaltsanfpruch modifizierende
Nenderung erleiden Können. Das Gericht hat demgemäß nicht die
Rente von vornherein der Witwe lediglich bis zum Beitpunkt ihrer
zventuellen Wiederverheiratung zuzubilligen, vielmehr bleibt eS dem
Eriappflıchtigen überlaffen, die bhiedurch bewirkte Wenderung der
Verhältnilie im Wege des S$ 323 ZWO. {f. ıumten Ziff. 6) geltend
zu machen (Urt. d. Meichsger. vom 5. Januar 1905 Yur. Wichr. 1905
S. 143 #. und vom 5. Oktober 1909 Seuff. Arch. Bd. 65 Nr. 73; vgl.
Mattbiak S. 412, Neumann Note II, 2, 5, Filcher-Henle Note 12,
Dernburg 8 391, II, 3, e, Crome $ 339 Unm. 75, DVertmann Dem. 5, b, 7,
Solßdmann-Lilienthal S. 922 Anm. 17, Ruß in Bl f. RA. Bd. 64 S. 50.
Die Zeitdauer, auf welche die Nente zu entrichten wäre, muß, foweit
hunlich, auch berückfichtigt werden, wenn ftat£ der Mente eine U bzinduna
in Kapital zugefprochen wird (WM. IT, 788; f. oben Biff. 1).