25, Titel: Unerlaubte Handlungen. S 844. 1727
zefommen ılt, 1. Urt. d. Neichsger. vom 17. Dezember 1906
Sur. Wichr. 1907 S. 130 F. Erhält der Unterhaltsberechtigte au8 dem
Yachlafie des Getöteten foviel, daß die Koften feines {tandesmäßigen
Unterhalts vollftändig gedeckt find, fo ift Mir ihn ein Erfaßanfpruch
nicht begründet, da ibm ein Schaden durch die Zötung nicht erwachfen
it (Urt. d. Meichager. vom 20. Yanıar 1910 Recht 1910 Nr. 702).
Neber den all, daß ein HandelSge]dHäft deS Getöteten von der Witwe
fortgeführt wird, |. Urt. d. Neichager. vom 10. Februar 1910 ROGE.
Bd. 72 S. 437 ff. Der Schaden, den eine Frau durch den Zod ihres
unterhaltspflichtigen Chemanns erleidet, wird nicht dadurch gemindert,
daß fie ihre Arbeitsfraft jebt dem eigenen Ermerbe widmen fann (Urt.
d. Reichsger. vom 25. Oktober 1909 Recht 1909 Yir. 3559).
Nach den gleichen GOrundfäßen ift, foweit hunlich, zu verfahren, went
jtatt der Rente eine Abfindung in Rapital zugefprochen wird
{f. oben Ziff. 1).
+. O5, in welcher Art und für welden Betrag der Srfaßpflichtige dem Dritten
Siherheit zu leiften hat, beitimmt {ih nad den Umftänden (SS 844 Abi. 2 Sag 1,
843 Nof. 2 ee 1, 9%. Il, 789, 9. Il, 624; f. auch S 7 Uof. 2 Saß 1 des SHaftpflicht-
gefebeS in der Faflımg des C®, Art. 42, {M, 8 13 Abi. 2 Saab 1 des Automobilge}. von
3. Mat 1909; vgl. RKOS. Bd. 20 S. 132 Ff., Jowie Bem. 4 zu 8 848). Sit bei einer nach
S 844 erfolgten Verurteilung zur Entrichtung einer Geldrente nicht auf Sicherheitsleiftung
erfannt, fo fan der Berechtigte gleichwohl Sicherheitsleiftung verlangen, menn fich die
VermögenSverhältniffe des Verpflichteten erheblich verfchledhtert haben; unter der gleichen
MorausjeBung kann er eine Erhöhung der in dem Urteile befitimmten Sicherheit verlangen
(30. 8 324; val. M. 11, 791, PB. 11, 625, S 13 bi. 3 des Automobilgef. vom 3. Mai 1909).
3. Rechtliche Natur der Rente. Gleich dem Anipruch aus 8 843 ift auch
der durch S 844 gewährte Anfpruch auf Entrichtung einer Geldrente nicht Unterhalts-
aniprud, fondern SchadenserjakanipruG (Me. 11, 780 {f., ZSG. 11, 411 f.; Urt.
5. Neichsger. vom 18. Mai 1903 RGE. Bd. 55 S. 30 und vom 17. Dezember 1906 Fur
MWichr. 1907 S. 130; val. ROES. Bd. 1 S. 231 ff, bayr. Dberft. LG. Bd. 16_S. 37,
Eger S. 366 ff). Auf ihn finden daher die für Unterhaltsanfprüche geltenden Sonder-
vorldOriften ({. Bd. IV Vorbem. 10 vor S 1601) Keine Anwendung. In gewiffen Bes
ziehungen ift jedoch der Mentenanfpruch des 8 844 AWof. 2 einem gejeblichen Unterhalts-
an]pruche gleich geftellt. ,
A) Nach AZRO. S 708 Nr. 6 find Urteile auch ohne Antrag für vorläufig
vollitredbar zu erklären, melde die Verpflichtung ZUr Entrichtung einer
nad) 8 844 BGB. gefchuldeten Geldrente ausiprechen, (oweit die Entrichtung
fir die BHeit nach der Erhebung der Klage und für das der Erhebung der
age vorausgehende legte Vierteljahr zu erfolgen hat (M. II, 788, ZG. N,
412, %. II, 624: vol. Bd. IV VBorbem. 10, € vor $& 1601, 8 7 Ubi. 2 Sat 1
des Haftpflichtgefeßes im der Saflung des E®. Art, 42, II, S 13 Abi. 2
Zaß 1 des Uutomobilgef. vom 3. Mai 1909, ROGOS Bd. 1 S. 231 ff).
Semäß ZBDO. 8 850 Aof. 1 Nr. 2 it die nach S 844 BOB. zu entrichtende
Beldrente der Bfändung nit unterworfen, der Anfpruch auf Diefe
Nette fanıt daher nicht abgetreten und nicht zum ®enenftand eires
NießBbrauchs oder Yfandrecht3 gemacht werden, eS findet ihm gegen“
über Aufrechnung nicht jtatt und der Unfpruch gehört nicht zur Kon-
(ur8amafie (BOB. 88 400, 1069 Abi. 2, 1274 or 2, 394 Saß 1, 1. au
5 893, @0. 81 Ubf. 1, M 11, 788, R. 11, 624; val. Bd. IV S. 778 fl.
unter f, 87 Ubi. 2 Sag 2 des HaftpflichtgefeßesS in der Saflung des E®.
Art. 49, I, 8 13 Aof. 2 Sag 2 des Automobilgef, vom 3. Mai 1909).
SS 89a Mol. 2 des ReihZgerichtskoitengefebe8 1. Bem. 6, © zu
6. Ueber die Buläffigkeit der AMage auf Fünftige Entrihtung der erit nach Er-
(affung des Urteil8 fällig werdenden Geldrenten (80. & 258), {owie Der Alage auf
Abänderung des Urteils wegen Veränderung Der Berhältniffe (3RO. S$ 323)
.. Bem. 9 und 10 zu 8 843 (M. IL, 788, 789 ff, PB. UI, 625).
YI. Die durchH 8 844 dritten Verfonen eingeräumten SErlabanfprüche find, weil fie
diefen Verfonen Fraft eigenen Rechtes zujtehen, der Verfügung des Berlegten ent:
zogen, werden alfo dadurch nicht berührt, daß der Berlebte in die verlebende Handlung
eingemilligt bat Or daß nicht hiedurch ein Erfaßanipruch feinerfeits überhaupt
au&ge{chloffen wird; vol. Dem. II, B, 5.3u & 823) oder feine ErjaBaniprüche durch Vers
jährung, Berzicht oder Bergleich erlofdhen find (MD. Il, 730, 773, BP. 11, 633 M.,
498 + ebenfio Urt. D. Meichsger. vom 18. Mai 1903 ROSE. Bd. 55 S. 31; val. ROE.
v)