Full text : Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

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die  preisdrückende  Tendenz  der  freien  Konkurrenz,  die  keineswegs  bei  den
Produktionskosten  Halt  macht.  Die  anfangs  vorübergehenden  Unterschreitungen ­
  der  Produktionskosten  durch  die  Preise  häufen  sich  und
dauern  länger  an:  die  Nachteile  überwiegen  die  Vorteile.
Da  alle  Kräfte  im  Wirtschaftsleben  nach  einer  Gleichgewichtslage
streben,  so  müssen  im  Idealzustande  die  Preise  den  Kosten  entsprechen,
so  daß  auch  gleiche  wirtschaftliche  Tätigkeit  gleichen  Ertrag  ergibt.  Dieser
Zustand  dürfte  auch  durch  die  Ausweitung  des  Wirtschaftslebens  entsprechend ­
  der  wachsenden  Bevölkerung  nicht  gestört  werden;  trotz  der
Ausdehnung  müßten  sich  in  allen  Punkten  Bedarf  und  Erzeugung  die
Wage  halten.  Je  rascher  die  Bevölkerungsvermehrung  fortschreitet,  desto
eher  kann  die  Gleichgewichtslage  gestört  werden.  Aber  neben  der  Bevölkerungsbewegung ­
  lernten  wir  Kräfte  kennen,  die  zeitweise  eine  ganz  andere
Tragweite  besitzen.  Jede  Füllernte  und  jede  Mißernte  verlangt,  wenn  die
Gleichgewichtslage  gewahrt  werden  soll,  eine  sofortige  Umgruppierung  in
der  Produktionssphäre,  sowie  eine  andere  Disponierung  in  der  Konsumtionssphäre; ­
  ein  Problem,  das  keine  Wirtschaftsorganisation  zu  lösen  vermag. ­
  Daß  eine  Füllernte  gleichbedeutend  sei  mit  einer  vorübergehenden
mehr  oder  minder  erheblichen  Produktivitätssteigerung,  wurde  bereits
hervorgehoben.  Und  wie  sie  wirken  alle  größeren  Fortschritte  in  der  Pro
duktivität,  unter  denen  jene  eine  ganz  besondere  Bedeutung  besitzen,  die
eine  dauernde  Nachwirkung  auf  die  wirtschaftliche  Entwicklung  ausüben. ­
  Greifen  wir  das  Bild  des  Pendels  auf,  so  können  wir  sagen,  der  Erfolg
der  wirtschaftlichen  Tätigkeit  wird  durch  zwei  große  Kräfte  beherrscht:
Auf  der  einen  Seite  drücken  die  großen  dauernden  Produktivitätsfortschritte ­
  die  Kosten  herab  und  treiben  infolge  der  Gleichgewichtsstörung, ­
  die  sie  hervorrufen,  in  vielen  Wirtschaftszweigen  zeitweise  die
Preise  in  die  Höhe;  sie  haben  also  die  Tendenz,  den  Ertrag  in  den  betreffenden ­
  Zweigen  in  besonderem  Maße  zu  heben.  Man  muß  hier  aber  die
beiden  Wirkungen,  die  dauernde  der  Kostensenkung  und  die  vorübergehende ­
  der  Preissteigerung  auseinander  halten.  Vorübergehende  Ertragssteigerung ­
  in  kleinerem  oder  größerem  Umfange  verursachen,  wie  die
Ernteschwankungen  auch  die  Bedarfs-  und  Produktionsverschiebungen,
die  z.  B.  durch  Modelaunen,  Kriege  usw.  hervorgerufen  werden.
Auf  der  anderen  Seite  übt  die  freie  Konkurrenz  ihren  Einfluß  auf
das  Pendel  aus,  sucht  es  ebenfalls  über  die  Gleichgewichtslage  hinaus  zu
ziehen.  Sie  senkt  die  Preise  unter  die  Produktionskosten.  Sie  hat  die  Tendenz, ­
  den  Ertrag  in  einen  Verlust  zu  verwandeln.
Die  Bedeutung  des  ungezügelten  Wettbewerbs  zeigt  sich  nun  klar,  wenn
wir  ihren  Einfluß  beobachten,  je  nachdem  im  Wirtschaftsleben  nur  jene
Kräfte  wirken,  die  durch  vorübergehende  Preissteigerung  oder  auch,  wie
            
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