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die Füllernten, durch vorübergehende Kostensenkung, zeitweise den
Ertrag zu heben vermögen, oder nur jene, die durch dauernde Kostensenkung
eine bleibende Wirkung ausüben. Ruft z. B. eine Füllemte
oder ein Krieg eine große Angebots- und Nachfrageverschiebung hervor,
bricht sich infolgedessen eine Hochkonjunktur Bahn, dann verschärft die
freie Konkurrenz die Gleichgewichtsstörung. Sie ist es, die auf eine beschleunigte
Ausweitung des Produktionsapparates in den Zweigen, die
den vorübergehenden Mehrbedarf nicht decken können, hindrängt, wodurch
der schon vorhandene Mehrbedarf an Rohstoff- und Produktionsmitteln
erheblich gesteigert wird. Der Aufschwung wird also durch sie
verstärkt und dementsprechend in der Zeit des Niederganges das Überangebot.
Dieser Einfluß der freien Konkurrenz wirkt um so verhängnisvoller
in einer Zeit, in der die Kapitalien, die die Produktionsanlagen benötigen,
an Umfang zunehmen und die Technik dem Zwange zur Massenproduktion
unterliegt. In den Zeiten der Konjunkturschwankungen erweist sich die
freie Konkurrenz durchaus nicht als ein ökonomischer Leiter des Wirtschaftslebens,
im Gegenteil sie befördert die Kraft und Stoff Vergeudung,
die sich niemals dort ganz vermeiden läßt, wo ein vorübergehender Mehrbedarf
gedeckt werden muß. Jede Organisation, die entsprechend dem
vorübergehenden Charakter der Konjunktur auch nur annähernd die nicht
durchaus notwendigen Produktionserweiterungen verhindern könnte,
würde für das Wirtschaftsleben wertvoller sein als die freie Konkurrenz.
Diesen großen Nachteil der freien Konkurrenz muß man aber in Kauf
nehmen, solange sie noch ihre Mission zu erfüllen hat, solange sie sich als
bestes Hilfsmittel erweist, die Vorteile der großen dauernden Produktivitätsfortschritte
der Allgemeinheit zu vermitteln. Ziehen diese Fortschritte
das Pendel nach der positiven Seite und die freie Konkurrenz nach
der negativen, so hängt es von der Größe dieser Kräfte ab, welche Lage das
Pendel im großen Durchschnitt einnimmt. Muß sich das Tempo der Produktionsfortschritte,
der Verbilligung sowohl der Transportkosten wie der
Produktionskosten, notwendig immermehr mäßigen und kann eine weitere
Kostensenkung in der Regel nur noch durch eine erhebliche Steigerung
der Fracht oder Produktenmenge erreicht werden, so muß sich auch der
Spielraum für die Konkurrenten verengen. Gleichstarke Gegner treten sich
immer häufiger gegenüber, während gleichzeitig die Möglichkeit, dem
Drucke auszuweichen, abnimmt. Die Wirkung der freien Konkurrenz wird
immer weniger paralysiert, das Pendel schwingt dauernd nach der negativen
Seite. Die freie Konkurrenz hat ihre Mission erfüllt, ihre
Nachteile überwiegen die Vorteile, und sie werden noch verstärkt durch
ihre Tendenz, die Schäden der unvermeidlichen Konjunkturschwankungen
zu erhöhen.