Full text : Das Unterrichtswesen Transvaals

Däs Amt eines „Board-Mitglieds“ ist ein‘ unbesoldetetes Ehrenämt.
 Der „Board“ rekrutiert sich in der Regel aus den geachtetsten
und gebildetsten Persönlichkeiten seines Distriktes. Seine Arbeit
ist eine: sehr ausgedehnte, und es wird ihm daher auch meist
‘Artikel 54) ein bezahlter Schriftführer, nötigenfalls auch noch ein
bezahlter Schatzmeister beigegeben. Ausserdem stehen ihm noch
‘Artikel 21) besoldete Beamte, „Attendance OÖfficers“, zur Ueberwachung
 des regelmässigen Schulbesuches zur Seite.
Die Aufgabe dieser „Attendance Officers“ besteht hauptsächlich
in Census-Arbeit. Sie haben in ihrem Distrikte die Zahl der schulpflichtigen
 Kinder und die Zahl derer, welche die Schule nicht
regelmässig oder überhaupt nicht besuchen, festzustellen. Auch
haben sie den Gründen für den Nichtbesuch der Schule nachzuforschen
 und solche dem „Board“ zu unterbreiten.
Die meisten Volksschulen haben ferner noch ein Schul-Komitee
(School-Committee), welches etwa unserem Schulvorstand entspricht,
aus 5 bis 7 Mitgliedern besteht und von den Eltern der Schüler
gewählt wird.
Das Schul-Komitee ist seinem „Board“ untergeordnet. Seine
Wahl steht (Artikel 69) unter der Aufsicht des „Boards“ und es
hat (Artikel 64 und 71) demselben etwaige Wünsche zu unterbreiten.
Am deutlichsten geht aber die den Komitees übergeordnete Stellung
der „Boards“ aus Artikel 72 hervor, welcher anordnet, dass alle
Mitteilungen des Komitees in Schulangelegenheiten an den „Board“
und nicht an das Departement gerichtet werden sollen.
Gehen wir jetzt zu der Tätigkeit der „Boards“ über:
Wenn :in einem Lande Schulzwang eingeführt wird, so ist
natürlich die Beschaffung der nötigen Schulgebäude eine der Hauptbedingungen.

Hier setzt die Arbeit des „School-Boards“ ein. Seine Aufgabe
 ist es, dem Departement die diesbezüglichen Bedürfnisse seines
Distriktes zu unterbreiten, und, — worauf es vor allem ankommt, —
er hat das Terrain für jede neu zu errichtende Schule zu bestimmen.
Würde letzteres nicht der Fall sein, und die Wahl des Terrains
tem Schul-Komitee oder den Eltern überlassen werden, so würden
die grössten Misshelligkeiten entstehen, denn ein jeder möchte die
Schule am Kebsten in nächster Nähe seiner Wohnung erbaut wissen.
            
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