Full text : Das Unterrichtswesen Transvaals

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fehlten also von 100 Kindern im Durchschnitt täglich 14. Es ist
klar, dass diese häufige Abwesenheit der Schüler auf den Unterricht
 höchst hemmend einwirken muss.
Dazu kommt noch das häufige Wechseln der Schulen seitens
der Kinder, dessen Hauptgrund in dem häufigen Wohnungswechsel
der Eltern zu suchen ist, welcher wiederum durch lokale Verhältnisse,
 besonders‘ die Beschäftigung der Eltern, bedingt ist.
Dieser Uebelstand macht sich besonders in den Städten geltend.
Der Direktor des Unterrichtswesens berichtet (siehe Report, Transvaal
 Education Department 1910, p. 65), dass in einigen Schulen
Pretorias und Johannesburgs oft 25, ja 30 Prozent der Kinder
während eines Jahres wechseln, d. h. von einer Schule zur andern
übergehen. Diesen Missstand ‚kann allein die Zeit heilen. Die
Erfahrung lehrt, dass mit der Entwicklung eines Landes auch in
der Regel die Sesshaftigkeit der Bevölkerung Hand in Hand geht.
Das grösste Hemmnis für die Volksschule Transvaals aber ist,
dass in sehr vielen Fällen die Schule nicht durch das Haus unterstützt
 wird, da viele Eltern den Wert derselben nicht ausreichend
zu würdigen wissen,
Der beste Unterricht in der Schule verliert aber einen grossen
Teil seiner wohltätigen Wirkung, wenn ihm nicht eine gesunde
Mitarbeit des Hauses zur Seite steht. .
Die nächste Generation Transvaals wird allerdings über den
Wert einer guten und anhaltenden Schulbildung schon ganz anders
urteilen als die heutige. Auch gibt es schon jetzt manche recht
rühmliche Ausnahmen, Eltern, die „den neuen Kurs“ des Transvaal-Unterrichtswesens
 wohl verstehen und nach jeder Richtung
hin zu fördern suchen.
Man hat nun oft die Frage aufgeworfen, ob das Kind der
Transvaal-Volksschule körperlich, geistig und moralisch einen Vergleich
 mit dem Volksschüler anderer zivilisierter Länder aushalten
könne.

Die „Kommission zur Untersuchung der Notlage Transvaals“ hat
diese Frage (siehe besonders Transvaal Indigeney Commission. Minutes of
Evidence 1906 - 1908 pp. 100 —102, 281—282, 319 --320, 337 339, 358 — 359, 374)
den verschiedensten Sachverständigen, besonders Aerzten und Schulmännern,
 vorgelegt.
            
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