Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

25. Titel: Unerlaubte Handlungen, $ 833. 1665 
Dietrich zur Annahme empfahl; S 833 follte hienadh einen dem nunmehrigen Saß 2 fait 
wörtlich entfprechenden Zujaß erhalten. Die Refolution fand am 24. Mai 1905 auch im 
Keihstag Annahme (Stenogr.Ber. über die VBerh. d. Keichstag8, 11. Legislaturperivde 
(. Seffion, Druckfachen Nr. 32 1. Anl.DBd. S. 71, 7. Bd. S. 4995—5007, Druckjachen 
Yır. 727 7. Anl.DBd. S. 4119 ff. [Kommiffionsbericht], 8. Bd. S, 6116 ff}. 
Ein diefer Refolution entfprechender Entwurf nebit Begründung, Yatiftijcher Neberficht 
und Zufammenftellung der Rechtsgrundjäße des Heichsgericht® wurde am 21. Dezember 
1905 bom Keichstanzler dem Bundesrate vorgelegt; durch den Bundesrat erhielt Sa 2 
jeine nunmebhrige Sajflung; in diefer Form wurde der Entwurf am 24. Februar 1906 dem 
eichstage vorgelegt (Stenvar. Ber. über die Verh. d. NeichsStagsS, 11. Legislaturperiode 
I. Sejfion, Druckfachen Nr. 255 4. Anl.Bod. S. 3229 ff; f. auch Sur. Wichr. 1906 S, 210 ff). 
Die erfte Beratung des Entwurfs im Meicdhstage tand am 25. Ypril 1906 jtatt (a. a. DD. 
3. Bd _S. 2686 ff.); die Weiterberatung wurde durch die am 13. Dezember 1906 erfolgte 
MAuflöfung des HeichstagsS verhindert. 
Der neue RMeichstag erfuchte am 23. April 1907 unter Bezugnahme auf einen mit 
dem Regierungsentwurf übereinftimmenden Initiativantrag die verblindeten KRegierungen 
um Vorlage eines jenem AÖntrag entiprechenden SGefegentwurfs. Um 2. Oktober 1907 
(egte der Keichskanzler den unveränderten Entwurf nebit Begründung, jtatijti{her Neber: 
jiOt und Zufammenftellung der Rechtsgrundfäße des Reichsgerichts dem Bundesrate vor. 
Nach Annahme im Bundesrate wurde der Entwurf nebft Beilagen am 10. Dezember 1907 
dem Reichstage vorgelegt (Verh. des ReichstagsS 12. Legiglaturperiode l. Sejfion Druck 
Jadhen Nr. 538), Die erite Beratung fand am 11. Ianuar 1908 ftatt und endigte mit der 
Nolehnung des Antrags, den Entwurf an eine Kommiffion zu verweifen (a. a. VO. S. 2337 ff.) 
Die zweite Beratung erfolgte am 23. Januar 1908 und führte zu dem Befchluffe, den Ent. 
wurf einer Kommijfion von 14 Mitgliedern zu überweijen (a. a. DO. S. 2659 ff.) 
Die Berhandlungen der Rommifjion fanden am 12. und 20. Februar 1908 ftatt; 
unter Ablehnung aller Wbänderungsanträge wurde die unveränderte Unnahme des Ent- 
wurfs empfohlen (Rommiffionsbericht, Druckjachen Nr. 858). Die FJortfegung der 2. Bes 
catung im Plenum (Sigung vom 5. Mai 1908) Hatte da3 gleiche Ergebnis; fie führte 
auch zur Annahme einer ({hon in der Rommiffion empfohlenen) Refolution, welche die 
Ausdehnung der UnfallverficherungsgefeßBgebung aut bas bisher nicht verficherungspflichtige 
Sahr= und Stallperfonal verlangt (a. a. ©. S. 5139 f., 5147), Bei ber dritten Beratung 
(Sigung vom 7. Mai 1908) murde der Entwurf ohne Debatte angenommen (a. a. DD. 
S, 5224). Die Beröffentlidhung des Gef. betir. Nenderung des & 833 des BOB. 
vom 30. Mai 1908 ift erfolgt in der am 6. Juni 1908 ausgegebenen Nr. 31 des Reichs: 
gefeßblattes (1908 S, 318); die neue Zafjjung it daher gemäß Urt. 2 der HeichSverfaffung 
am 20. Juni 1908 in Araijt getreten. . 
Vol. hiezu Dertmanın in D. Sur.3. 1904 S. 137 ff., Siher ebenda 1905 S. 138 ff., 
Qitten ebenda S. 339, Neumann in Zur. Wichr. 1905 S. 193 f., Wefltrum ebenda 
S. 275 ne Schumacher ebenda 1907 S. 233 ff.,_ Kohl, Tudhr, Lenel, Träger a. a. XD. 10wie 
die Verh. d. 28. Deutfchen Yuriktentags8 a. a. D. 
3, Grundfäglide Regelung. 
a) $ 833 _Sag 1 enthält (wie die $$ 829 ıumd 835) eine Au8nahme von dem 
das Obligationenrechtdes BOB. im allgemeinen beherridhfh- 
den VerjhuldungsSprinzip. Der Tierhalter haftet hienach jür den 
durch das Tier verurfachten Schaden nicht um deswillen, weil e8 „eine 
unerlaubte Handlung ift, ein Tier zu Haltern, obdne die damit verbundenen 
Befahren von anderen fernzuhalten“ (fo Neumann VBorbem. A vor S 828); 
denn feine Haitung wird dadurch nicht ausgefchloffen, daß er zur Fern- 
Haltung diefer Gefahren alles Menichenmögliche getan hat; er haftet vielmehr 
deshalb, weil das Halten von Tieren mit gewiffen Gefahren für andere 
verbunden ift und der Gefehgeber eS für angezeigt erachtet hat, diefes Yifiko 
demjenigen aufzuerlegen, der von dem Tiere regelmäßig Vorteil zieht. 
HE ift Das Tier (auch daS gezähmte und zahme) Darum, weil e$ 
zinerjeit8 (im Gegenjaße zu anderen beweglichen Sachen) die FJöhigfeit zu 
zigener Bewegung und felbjtändiger Kraftentwicklung beißt, anderfeits aber 
der diefe Tätigkeit regelnden und leitenden Bernunit entbehrt. € handelt 
ih alfo im $ 833 Sag 1 um einen Jall jog. „SefähHrdungshaftung“ 
jo mit Recht Kümelin S. 79, Litten, Erfaßpfliht S. 14 ff, Dertmann 
Sem. 2, b, HÖR -Komm. Bem. 1, Schollmeyer S. 236, Kuhlenbed Note 4 
jJowie im Sur. Wichr. 1902 S, 237 ff, Sleilchauer in Gruchot, Beitr. 1903 
S. 305, Urt. d. Heichsger. vom 20. März 1905 GES. Bd. 60 S. 308 und 
vom 19. Oktober 1905 Kur. Wichr. 1905 S. 734, Urt, d. DLG®. Dresden 
28. November 1902 Sei. Arch. Bd. 58 Nr. 186). 
Staubinger, BGB. 1b (Sdeuldbverhältniffe, Engelmann: Unerlaubte Gandlunaen) 5./6. Aufl. 
‚05
	        
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